16.03.2009

Die Unkosten fressen uns auf

Die Unkosten fressen uns aufGute Stimmung bei den Besuchern, lange Gesichter bei den Schaustellern: Dieser Mathaisemarkt zählte zu den umsatzschwächsten – auch wenn zahlreiche süße Verführungen zum Naschen einluden und der Rummel an diesem Wochenende nochmal bestens besucht war. Fotos: Dorn

Von Stephanie Kuntermann.

Schriesheim. "Die Leute sind schon da, aber das Wetter ist schlecht", sagte Ronny Nord von "Rick und Sohn". Der Stand mit den kandierten Früchten verzeichnete "wenig berauschende" Umsätze, erklärte Nord im Gespräch mit der RNZ, die sich bei Standbetreibern und Schaustellern umhörte. Für ihn war Dienstag der schlechteste Tag auf dem Mathaisemarkt. Wegen laufender Kosten muss er eng kalkulieren: "Wenn die Platzgebühren niedriger wären, könnten wir auch mit den Preisen runtergehen. Es wird aber jedes Jahr teurer, und es ist hier teurer als auf anderen, größeren Märkten."

"Die Unkosten fressen uns auf", sagte auch Wilhelm Henn vom Kinderkarussell. Er hoffte wie seine Kollegen auf schönes Wetter und wurde wenigstens am zweiten Samstag erhört. Weniger vom Wetter abhängig ist der Autoscooter. Bei "Number One" von Marktmeister Fritz Haas tummelten sich die Besucher unterm großen Dach auch bei Regen. "Nur wenn es mal zwei Stunden stark regnet, bleiben die Leute daheim", so die Erfahrung von Ariane Haas-Bruch.

Am Samstag atmeten viele hörbar auf, als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten und der Andrang auf Festplatz und Krammarkt groß war. Bei lauen Temperaturen um 14 Grad zog es nicht nur Schriesheimer auf den Rummel, sondern auch Besucher aus der Umgebung. Gleiches galt für das Fanfarenzugtreffen gestern. Auf dem Krammarkt und dem Rummelplatz war teilweise kaum noch ein Durchkommen. Die Fahrgeschäfte hatten viele Gäste, und vor den "Fressbuden" staute es sich. Betrieb herrschte abends auch im Festzelt und in den Straußwirtschaften. Im Weingut Majer liefen die letzten Vorbereitungen für den Auftritt von "Herbert und Franz", als am Dienstag der Mathaisemarkt-Prinz des SV Schriesheim, Benjamin Wilhelm, mit seinem Gefolge die Weinscheuer betrat. Das war das Startsignal für die Musiker, die mit "Die Hände zum Himmel" loslegten.

Auch bei Wehweck waren die Nächte lang. Während oben die "Zwoa Spitzbuam" jodelten, machte im Partykeller der neue "Rock Express" noch einen letzten Soundcheck. "Es war schon ein komisches Gefühl ohne Ralf", berichtete Stefan Bernauer. Die Band spielte am ersten Sonntag und am Dienstag. Auch wenn viele der Fans Tränen in den Augen gehabt hätten, sei die Stimmung trotzdem gut gewesen, so Bernauer. "Der Auftritt hat ganz schön Kraft gekostet. Mit der Band lebt aber auch ein Stück von Ralf weiter", ergänzte Klaus Schenk, der am Dienstagabend am Schlagzeug saß. Die Musiker setzten auf Rock-Klassiker und beliebte Partyhits. Mit Bassist Robert Stöber und Gitarrist Christoph Stadtler kamen zwei neue Musiker, mit Christine Waldschmidt kehrte die Sängerin zurück zur Band, die gemeinsam auch gleich ein paar neue Stücke einstudierte.

Zwischen diesen Auftritten hatte auch "Fahrenheit" einen Gig. Mit Hits von Saga oder Chris Daltrey heizten die Schriesheimer ihrem Publikum bis in die frühen Morgenstunden ein. Bei "Bohemian Rhapody" erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Am zweiten Wochenende war der Wehweck-Keller fest in der Hand von "Birne 74" und von den Bar-Mädels, die ihre Mallorca-Party zelebrierten.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung