07.04.2009

Garant für das Musizieren auf höchstem Niveau

Garant für das Musizieren auf höchstem Niveau

Gerhard Wind in seinem Jubiläumskonzert am Samstag mit dem MGV Liederkranz. Foto: Dorn

(cab) "Das ist ein imposantes und erfolgreiches Jubiläum. Der Name der Chormusik hat einen guten Klang, das ist Ihnen zu verdanken", lobte Ortsvorsteher Alfred Burkhardt. Er sprach Gerhard Wind an, dessen 40-jähriges Jubiläum als Leiter des MGV Liederkranz Altenbach am Samstagabend in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle mit zahlreichen Gästen, darunter Bundestagsabgeordneter Lothar Binding, Landtagsabgeordnete Dr. Birgit Arnold, Bürgermeister Hansjörg Höfer, die Schriesheimer Ehrenbürger Peter Riehl und Peter Hartmann und Diakon Reinhard Losch, gefeiert wurde. Die Laudatio hielt Kultus-Staatssekretär Georg Wacker.

"Sie haben Kritik und Lob stets auf den Punkt gebracht", lobte Wacker, der selbst im Altenbacher Liederkranz unter Winds Stabführung gesungen hatte. Seine geradlinige, direkte Art habe die Sänger ermuntert zu musikalischen Leistungen und zum Ehrgeiz. Sein Probenstil und die Aufführungspraxis seien vorbildlich, präzise und vielfältig, was den Chor motiviere und zum Vorbild für andere Chöre mache. "Sie haben es geschafft, über Jahrzehnte eine Kontinuität und ein Musizieren auf höchstem Niveau zu erreichen", lobte Wacker. Damit sei Wind zum Vorbild für viele geworden.

Er verbrachte seine Jugend in Hemsbach, machte Abitur in Mannheim, studierte am Heidelberger Konservatorium und an der Musikhochschule Mannheim. Wind sei stets ehrgeizig und fleißig gewesen, erklärte Wacker, der Bach zitierte: "Genie besteht zu 90 Prozent aus Fleiß." Wind begann früh mit der Chorarbeit, wurde 1992 Bundeschorleiter des Badischen Sängerbunds und wirkte lange als Wertungsrichter bei Wettbewerben. In Schriesheim war er der erste Leiter der Musikschule. Wacker betonte die Bedeutung der Chormusik und des ehrenamtlichen Engagements: "42 Prozent der Baden-Württemberger sind ehrenamtlich aktiv, davon allein 30 000 Kinder und Jugendliche als Chorsänger." Schon vor 100 Jahren habe die Chormusik als Ort sozialer Zugehörigkeit ihre Bedeutung gehabt, und auch heute habe sie in Zeiten beruflicher Mobilität, vielfältiger Freizeitgestaltungen und des Medienkonsums nicht an Bedeutung verloren. "Die Vereinsarbeit braucht eine besondere Qualität, auch um sich gegenüber anderen Angeboten zu behaupten." Ohne eine Führungspersönlichkeit wie Wind, der mit seinen 81 Jahren nicht zuletzt wegen der Musik jung, fit und gesund sei, wäre der Erfolg des MGV Liederkranz in Altenbach nicht möglich gewesen.

Die Vorliebe Winds für romantische, klassische und moderne Chorliteratur wurde an diesem Abend deutlich. Allein Schubert war mit drei stimmungsvollen Liedern vertreten, die der Chor sang. Ein weiteres, "Gretchens Klage am Spinnrad", wurde von der Sopranistin Karolin Samuelis mit ausgezeichneter Klavierbegleitung von Otto Lamadé vorgetragen, die das Publikum auch mit zwei Stücken aus Strauss-Operetten erfreuten. Hans-Peter Pröll brillierte überdies als Solist in einem Robert-Schumann-Lied. Eine andere Vorliebe Winds ist Gospel.

Von ihm selbst vertont wurde das wunderschöne "My Lord, what a morning", das der Chor mit Soli von Hugo Maisel und Ulrich Maus vortrug. Auch volkstümliche Chorliteratur hat es Wind angetan, und so musste der Chor nach den Standing Ovations des Publikums noch eines von Winds Lieblingsstücken als Zugabe vortragen: das bulgarische Lied "Gürtel und Tüchlein". Den Anfang des Konzerts machte übrigens der Kinder- und Jugendchor "Friends of Music" sowohl mit Musik von Rolf Zuckowski als auch mit Fred Fasserts "Barbara Ann".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung