09.06.2009

CDU stärkste Kraft trotz deutlicher Verluste

CDU stärkste Kraft trotz deutlicher Verluste

Von Carsten Blaue.

Das vorläufige Endergebnis der Schriesheimer Gemeinderatswahl. Die CDU verlor rund 3,2 Prozent, die Grünen legten um 1,7 Prozent zu. Grafik: Stadt Schriesheim

Die Sensation blieb aus. Die CDU ist mit hauchdünnem Vorsprung vor der Grünen Liste stärkste politische Kraft in Schriesheim geblieben.

Die CDU erzielte 25,47 der Stimmen – ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber der Wahl vom Juni 2004. Dagegen legten die Grünen um knapp 1,7 Prozent zu und kamen letztlich laut des vorläufigen Endergebnisses auf 25,24 Prozent. Drittstärkste Kraft blieben die Freien Wähler mit 22,77 Prozent (minus 0,37). Auch die SPD verlor leicht um 0,49 Prozentpunkte: 18,27 Prozent der Wählerstimmen für die Sozialdemokraten. Dafür legten die Liberalen mit 6,22 Prozent leicht um 0,34 Prozent zu. Die Linke verpasste mit 2,0 Prozent der Wählerstimmen deutlich den Einzug in den Gemeinderat.

Die Wahlbeteiligung war mit 60,35 Prozent um 1,22 Prozent schlechter als beim Urnengang vor fünf Jahren. Aufgrund des Berechnungsverfahrens wird sich dessen Sitzverteilung trotz des knappen Wahlausgangs zwischen CDU und Grünen nicht ändern. Die Union bleibt bei acht Sitzen, Grüne und Freie Wähler bei jeweils sieben, die SPD bei fünf Sitzen, und auch die FDP verteidigt ihr Mandat. Von den 28 Sitzen sind zwei Ausgleichsmandate. Nach 22 von 23 Wahlbezirken hatte die Grüne Liste gestern Nachmittag noch um etwa 1000 Stimmen vor der CDU gelegen. Dann wurde der letzte Briefwahlbezirk ausgezählt. Danach lag die Union mit insgesamt 40419 um 365 Stimmen vor den Grünen (GL). "Schade", so der erste Kommentar von GL-Spitzenkandidat Robert Hasenkopf. Unglücklich war er aber nicht: "Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Wenn man mir vorher gesagt hätte, dass wir mit der CDU um den Status der stärksten Fraktion kämpfen, dann wäre ich mehr als zufrieden gewesen – zumal wir den Verlust der Stimmen für Hansjörg Höfer mehr als ausgeglichen haben. Wir hatten eine starke, ausgeglichene Liste. Wir waren gut aufgestellt, das zeigt auch das gute Abschneiden im Ganzen. Die Wähler haben erkannt, dass wir Verantwortung übernehmen können und unsere Ziele umsetzen."

Die Enttäuschung bei CDU-Spitzenkandidat Siegfried Schlüter war deutlich zu merken. Dennoch war er erleichtert, "dass wir die stärkste Partei geblieben sind". Für eine Analyse sei es zu früh, "aber schön reden kann man die Verluste nicht". Zufrieden zeigte sich FW-Spitzenkandidat Heinz Kimmel: "Im Vorfeld haben wir zwar angestrebt, zweitstärkste Kraft zu werden. Aber nach dem Rückzug von Friedrich Ewald habe ich davon nicht mehr gesprochen. Auch ohne ihn haben wir unser Ergebnis fast gehalten. Das ist ein Erfolg." Nach dem EU-Wahlergebnis habe er das Schlimmste befürchtet. Daher sei er zufrieden, dass die SPD ihre fünf Sitze gehalten hat, so Ortsvereinschef Sebastian Cuny. Die Genossen hätten einen guten Wahlkampf mit einer guten Liste hinter sich. Alle Stadträte seien für ihre gute Arbeit wiedergewählt worden und hätten zugelegt. In der Breite schlage sich der eher unerfreuliche Bundestrend auch auf die Kommunalwahl nieder. FDP-Stadtrat Wolfgang Renkenberger war froh, dass er seinen Sitz halten konnte, "und dass wir so ein gutes Ergebnis erzielt haben." Zwar hätten die Liberalen in Schriesheim den zweiten Sitz angepeilt: "Aber mit den Freien Wählern haben wir auf kommunaler Ebene die Konkurrenz im eigenen Lager."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung