09.07.2009

Winzer freuen sich über neues Rekordjahr

Von Carsten Blaue.

Umsatz getoppt, Absatz getoppt, die eigenen Produkte durch aktives Marketing noch bekannter gemacht, die Qualitätsoffensive forciert und dazu bei der Badischen Gebietsweinprämiierung sowie bei der DLG-Bundesweinprämiierung abgeräumt: Die Schriesheimer Winzergenossenschaft sowie die Wein- und Vertriebsgenossenschaft zogen am Dienstag im Zehntkeller ihre individuellen Erfolgsbilanzen des Jahres 2008. Es war das bisher beste Jahr der Genossenschaft in ihrer fast 80-jährigen Geschichte.

Weinkönigin Katharina lobte in ihrem Gruß den Fleiß und unermüdlichen Einsatz der Winzer. Zudem habe auch das Team der Winzergenossenschaft (WG) sowie das Knowhow des Badischen Winzerkellers in Breisach beachtlichen Anteil am Erfolg, der sich bei der Badischen Gebietsweinprämiierung in 13 Gold- und elf Silbermedaillen sowie dem fünften Ehrenpreis in Folge als höchstprämiiertem Betrieb der Badischen Bergstraße niedergeschlagen habe. Zahlen, die auch Harald Weiss in einem Manuskript hatte.

Heimische Weine seien gefragt, zudem setze sich die Qualität durch, sagte der Geschäftsführer. Die gute Bilanz in Zahlen: Im Jahr 2008 stieg die gesamte Liefermenge um knapp 80000 auf 1,387 Millionen Kilogramm. Dafür pflegten die Winzer knapp 124 Hektar Reben (minus vier im Vorjahresvergleich). Das durchschnittliche Mostgewicht stieg von 85 auf 88 Grad Öchsle. Im vergangenen Jahr erzielte die Genossenschaft einen Netto-Gesamtumsatz von rund 2,07 Millionen Euro, ein Plus von gut 230000 Euro gegenüber 2007. Bei den Eigenerzeugnissen wurden 8,8 Prozent mehr Wein abgesetzt, Sekt schrumpfte leicht, Schriesecco stieg deutlich. Der Durchschnittserlös pro Liter wurde von 3,99 auf 4,08 Euro hochgeschraubt. Das lag daran, dass Wein in Dreiviertelliterflaschen in der Menge um 15,2, im Wert sogar um 16,1 Prozent stieg. Der Abstand zur Literflasche wächst.

Fast alle Rebsorten stiegen im Absatz, und nahezu sämtliche Abnehmergruppen wie Gastronomie, Privatkunden, Lebensmittel- sowie Fachhandel griffen stärker zu Schriesheims Genossenschaftsweinen als zuvor. Dabei war der Riesling die wichtigste Sorte im Verkauf. Dornfelder wuchs konstant, und der St. Laurent, diese launige Sorte, machte mehr Freude als je zuvor. An der neuen Pflege des Silvaners soll festgehalten werden. Mit Blick auf die gestiegene Weißherbst-Menge mahnte Weiss an: "Wir brauchen mehr Rotwein." Die Spätburgunder-Trauben müssten noch besser sortiert werden. Die Größe der Rebfläche für Spätburgunder hat sich in den vergangenen zehn Jahren übrigens mehr als verdoppelt.

Bereits im ersten Halbjahr 2009 setzte sich der positive Trend mit einem Absatzplus bei den Dreiviertelliterflaschen von 13,5 Prozent fort. Der Literwein-Absatz stieg in diesem Zeitraum um 0,8 Prozent, das Umsatzplus im Eigengeschäft betrug per 30. Juni 6,5 Prozent. Bei 56 Weinproben überzeugten sich 1722 Weinfreunde von der Qualität der WG-Produkte. Für die Winzer gab es zudem im Vorjahr fünf Rebbegehungen und eine Schulungsveranstaltung in Kooperation mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg sowie der Weinbauberatung am Regierungspräsidium: "Jeder Jahrgang will neu erkämpft sein", kündigte Weiss an, am bisherigen Info-Konzept festzuhalten. Zudem teilte er den Winzern mit, dass sie für den Jahrgang 2007 mit Zuschlagszahlungen in Höhe von 260000 Euro rechnen können, ein Plus von 30000 Euro gegenüber 2006. Das hatten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die einstimmig entlastet wurden. Auch die Zuschlagszahlungen sind ein sichtbarer Beweis des geschäftlichen Erfolgs der WG, deren neugestaltete Homepage ab Ende Juli im Internet online sein wird.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung