15.02.2010

"Wir lassen uns nicht erpressen"

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Die Kunst-Szene in Schriesheim kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Streit um die Kerg-Werke gab es jetzt offenbar auch Querelen zwischen dem Künstler Prof. Albrecht Rissler und dem Kulturkreis (KKS). Der KKS zeichnet seit Jahren für die Kunstausstellung des Mathaisemarkts verantwortlich, bei der Rissler dieses Jahr ausstellen sollte. Jetzt erreichte die RNZ eine E-Mail Risslers, in der er mitteilt, die Ausstellung abgesagt zu haben: "Der Grund sind erhebliche Differenzen, in Bezug auf die Organisation und Ablauf der Ausstellung", schrieb Rissler. KKS-Vorsitzender Albert Kesseler reagierte auf Nachfrage ungehalten: "Wir lassen uns nicht erpressen". Kesseler betonte, dass die Absage nach längeren vorstandsinternen Diskussionen vom KKS gekommen sei. Schon von Anfang an habe es Differenzen gegeben. Mal sei es das Ambiente des Feuerwehrhauses mit seiner Dekoration aus alten Feuerwehrhelmen und seinem Geruch gewesen, dann wieder der Ablauf der Vernissage, die Rissler moniert hätte. Was schließlich den Ausschlag gegeben habe, sei der dritte Änderungsvorschlag zum Ausstellungsplakat gewesen: "Er wollte einen Entwurf durchsetzen, der auf keinen Fall zu unserem Konzept gepasst hätte. Und irgendwann wollten wir dann einfach nicht mehr." Trotzdem bedauerte Kesseler dieses Ende: "Die Sachen, die er macht, sind wirklich schön, nur ließ sich das, was er wollte, bei uns nicht umsetzen. Solche Probleme hatten wir in all den Jahren noch nie." Diese Kündigung, von wem auch immer zuerst ausgesprochen, bedeutet jedoch nicht das Ende der Kunstausstellung beim Mathaisemarkt, hat doch die rührige Organisatorin der Ausstellung, Romy Schilling, bereits "Ersatz" gefunden. "Wir haben insgesamt drei Künstler im Auge und werden bis Mitte nächster Woche entscheiden", präzisierte Schilling im RNZ-Gespräch: "Erstmal müssen wir tief Luft holen. Ich habe 20 Jahre Kunsthandel hinter mir und organisiere die elfte Mathaisemarkt-Ausstellung. Aber so etwas habe ich überhaupt noch nie erlebt. Rissler ist ein großer Könner, aber eben auch ein sehr sensibler Mann", sagte Schilling und fuhr fort: "Er konnte den Mathaisemarkt einfach nicht akzeptieren. Er hätte am liebsten alles umgekrempelt. Aber wir machen die Ausstellung als Teil des Mathaisemarkts. Da gehört sie hin, und so soll es sein", sagte Schilling.

Auf jeden Fall werde es ein etablierter Künstler sein, der jetzt in die Bresche springe. Kein Lückenfüller, wie die Organisatorin betonte, sondern jemand, der sowieso schon auf der Wunschliste für die Mathaisemarkt-Ausstellung stand. Mit Rissler habe die Zusammenarbeit nicht geklappt, so Schilling: "Dann machen wir jetzt halt was anderes."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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