14.07.2010

Mehrzweckhalle für ein Jahr geschlossen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Von Januar bis Dezember 2011 soll die Schriesheimer Mehrzweckhalle energetisch saniert werden. Dafür wird sie geschlossen und steht somit weder den Schulen des Kurpfalz-Schulzentrums für den Sportunterricht noch den Sportvereinen zur Verfügung. Bürgermeister Hansjörg Höfer sagte gestern bei der Vorstellung des geplanten Sanierungskonzepts, er habe bereits mit den Vorsitzenden der großen Sportvereine gesprochen: "Die Vereine werden sich einschränken müssen." Die Schulen auch. Denn Schriesheims andere Hallen sind bereits ausgelastet, und in den Nachbargemeinden dürfte die Lage ähnlich sein. Dennoch, so Höfer, habe er hier nachgefragt. Er mache sich aber wenig Hoffnung. Nötig wird die Schließung wegen des Umfangs der Sanierungsarbeiten, aber auch aus Sicherheitsgründen. In der Halle selbst wird zum Beispiel die komplette Wand- und Deckenisolation ersetzt. Diese besteht aus Glaswolle. Also gebe es die Gefahr, so Höfer, dass Glaspartikel auf den Hallenboden fallen. Das wäre für die Sportler und Schulkinder ein Risiko. Neben den Wänden und Decken soll auch die Außenhaut der Halle komplett neu isoliert werden. Außerdem wird daran gedacht, das Belüftungssystem mit einer Wärmerückgewinnung auszustatten. Schließlich sind es die sanitären Anlagen, die der Sanierung bedürfen und komplett erneuert werden sollen - inklusive der Rohrleitungen, die auch noch aus der Zeit des Hallenbaus Mitte der 70er Jahre stammen. Insgesamt stehen der Stadt für alles rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Davon bezahlt sie 400 000 Euro selbst, 200 000 Euro stammen aus dem Ausgleichsstock des Landes, und den Löwenanteil von 1,2 Millionen Euro bezieht Schriesheim aus dem Konjunkturpaket II. "Mehr Geld haben wir nicht", stellte Höfer klar. Also hat die Stadt bei ihren Wünschen für die Hallensanierung klare Prioritäten gesetzt. Wie die Mittel letztlich verwendet werden, entscheidet der Gemeinderat im Oktober. Höfer machte deutlich, dass bis Dezember 2011 alles erledigt und abgerechnet sein müsse: "Wir müssen dann fertig werden. Das ist eine der Fördervoraussetzungen", so der Bürgermeister. Er unterstrich, dass die KSV-Hallen direkt neben der Mehrzweckhalle bei dieser Sanierung außen vor bleiben würden: "Die Fördergelder gibt es ja nur für öffentliche Gebäude." Höfer rechnete damit, dass die Energiekosten durch die Verbesserungen mindestens um 37 000 Euro sinken. Die Architekten- und Fachplanerleistungen für die Sanierung hat der Gemeinderat mehrheitlich der Firma "re2area" anvertraut. Mitglied in der Geschäftsleitung des Unternehmens mit Sitz im Wieblinger "Heinsteinwerk" ist der Schriesheimer Raimund Kassler. "re2area" ist darauf spezialisiert, militärische, gewerbliche oder industrielle Brachflächen auf eine neue Nutzung vorzubereiten. In Schriesheim wurde das Unternehmen bekannt, als es vor zwei Jahren das städtebauliche Gutachterverfahren zur Zukunft des OEG-Areals gewann.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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