28.09.2010

"Ökologisch mobil" bewegt Grüne zum Verzicht aufs Auto

"Ökologisch mobil" bewegt Grüne zum Verzicht aufs AutoGeorg Nowack-Hertweck von der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH stellte sich im Feuerwehrhaus den Fragen der Zuhörer. Foto: Dorn

Schriesheim. (sk) "Am umweltfreundlichsten ist immer noch die Autofahrt, die man gar nicht macht", sagte Fahrlehrer Wolfgang Fremgen. Der frisch gebackene GL-Stadtrat moderierte einen Abend der Grünen Liste zum Thema "Ökologisch mobil", bei dem es um Alternativen zum Autofahren ging.

Dass dabei mehr Schadstoffe freigesetzt werden als beim Rad- oder Straßenbahnfahren, das hatte man schon mal gehört. Einige Zahlen dazu lieferte Georg Nowak-Hertweck von der Rhein-Neckar-Verkehr-GmbH (RNV) seinen Zuhörern im Feuerwehrhaus. Etwa, dass bundesweit durch Busse und Bahnen täglich etwa 18 Millionen Autofahrten eingespart werden. Oder, dass pro Straßenbahnfahrt auf den Straßen der Platz von 70 Autos eingespart wird, eine durchschnittliche Auslastung von 50 Prozent und die Besetzung eines Autos mit 1,2 Personen vorausgesetzt. Auf längeren Strecken wie Schriesheim-Mannheim sei das Bahnfahren unterm Strich nur ein Zehntel so teuer wie ein Auto. Auf Kurzstrecken wie nach Heidelberg sei dagegen das Auto günstiger, gestand er zu.

Zum Straßenbahnfahren "bekehren" musste Nowak-Hertweck allerdings niemanden mehr. Im Gegenteil, erwiesen sich doch seine Zuhörer durchweg als erfahrene Bahnfahrer und hatten als solche auch ganz konkrete Kritikpunkte: Bemängelt wurde, dass Busfahrer etwa in Heidelberg nicht immer verpflichtet sind, Fahrräder mitzunehmen. Stein des Anstoßes waren auch die Fahrkartenautomaten mit undurchsichtigen Tarifsystemen, einem schwierigen Eingabeprozedere und einer umständlichen Handhabung. Hier gelobte der RNV-Vertreter Besserung, würden doch derzeit neue Bildschirme getestet.

Werbung für das Fahrradfahren machte Michael Fröhlich vom ADFC Rhein-Neckar mit seinem Vortrag "Radfahren ist Klimaschutz". Seine Tabellen und Zahlen ergaben, dass allein die Fortbewegung zu Fuß mit dem Radfahren mithalten kann, was Umweltfreundlichkeit, geringen Platzbedarf, Unfallrisiken oder die Einsparung von CO2 angeht. Um zu messen, wie viel Kohlendioxid beim Radfahren tatsächlich eingespart wird, setzte sich GL-Fraktionssprecher Christian Wolf aufs Rad und trat enthusiastisch in die Pedale. Dabei zeigte sich denn auch eine Schwäche des Radfahrens, gab Wolf doch kurz vor dem Ende des Vortrags erschöpft auf und übergab den Drahtesel an seinen Ratskollegen Heinz Waegner.

Gegen eine monatliche Grundgebühr, Kilometer-und Zeittarife, eine Aufnahmegebühr und eine Kaution kann man aber auch mit dem Auto fahren, ohne eines kaufen zu müssen. "Carsharing" nennt sich dieses Geschäftsmodell auf Englisch, von dem auch die Schriesheimer Gebrauch machen können. "Drei Autos stehen auf dem Parkplatz hinter diesem Gebäude", informierte Stefan Küppers vom "Carsharing"-Anbieter "Stadtmobil Rhein-Neckar". Über Telefon oder Internet können die Autos gebucht werden. Abgerechnet werden die Kosten am Monatsende. "Wir verstehen uns als Ergänzung zum ÖPNV. In vielen Familien wird durch das Carsharing ein Zweitauto ersetzt", so Küppers. Abgerundet wurde der Abend durch eine Einführung Fremgens ins umweltfreundliche Autofahren. Mit gut aufgepumpten Reifen, dem richtigen Ausnutzen von Schwung, niedertourigem Fahren und Fahrten im Leerlauf könnte man Einsparpotenziale von bis zu 25 Prozent nutzen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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