17.10.2010

Schriesheim hilft Firmen "nachhaltig"

 Schriesheim hilft Firmen "nachhaltig"RNZ

Schriesheim. (cab) Nur die Freien Wähler (FW) stimmten am Mittwoch im Gemeinderat gegen den Einstieg Schriesheims in das Projekt "Nachhaltiges Wirtschaften" der Stadt Heidelberg. Mit insgesamt 5000 Euro will die Schriesheimer Stadtverwaltung kleinen und mittelständischen Unternehmen im kommenden Jahr dabei helfen, die einzelnen Schritte des Projekts bis hin zur Zertifizierung zu durchlaufen (wir haben berichtet). Worum es beim "Nachhaltigen Wirtschaften" geht, erläuterte vor dem Gremium Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, der Leiter des Heidelberger Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie.

Die Unternehmen können sich im Projekt einem Umwelt-, Rechts- und Energiecheck unterziehen. Zu den Zielen gehören Kostenreduzierungen, Energieeinsparungen, Müllvermeidung und rechtssicheres Handeln gegenüber der Umweltgesetzgebung, also im Ganzen ein dauerhaftes Umweltmanagement. Personell und finanziell wären viele Betriebe nicht in der Lage, sich selbst so weit zu bringen, wie es in dem Projekt möglich ist.

Der gesamte Prozess bis zur Zertifizierung dauert ein Jahr und besteht aus sechs Workshops. Bisher haben 84 Betriebe den Weg zum "Nachhaltigen Wirtschaften" hinter sich gebracht und dabei Einsparungen in einer Gesamthöhe von einer halben Million Euro erzielt. Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern zahlen 1350 Euro für die Teilnahme, 2250 Euro müssen größere Betriebe aufbringen. Die Verwaltung übernimmt für die Unternehmen in ihrer Stadt die Kosten für den Energiecheck in Höhe von 700 bis 2000 Euro, das Land Baden-Württemberg finanziert die Workshops. Zu den Teilnehmern in diesem Jahr zählten die Heidelberger SRH-Gruppe und die Volksbank Kurpfalz H+G Bank. Schriesheim wird kommendes Jahr in die Projekt-Förderung einsteigen. Fünf bis maximal acht Firmen könnte das Rathaus dabei finanziell unter die Arme greifen.

"Das Geld dafür haben wir aber nicht. Wir füttern den Haushalt 2011 schon jetzt mit 5000 Euro und wissen noch gar nicht, wie er mal aussieht", kritisierte Dr. Herbert Kraus (FW). Also könne man dieser Ausgabe nicht zustimmen: "Hier 5000 Euro, da 10 000 Euro: Das läppert sich", so Kraus. "Das rechnet sich", meinte dagegen Siegfried Schlüter (CDU) eingangs der Aussprache. Er erinnerte an den Talhof, der im vergangenen Jahr am Projekt teilnahm. Damit sei zwar viel Arbeit verbunden. Umso "nachhaltiger" sei der Erfolg. Die Kosten, so Schlüter, seien auch für die Stadt übersichtlich. Zumal das Geld nur bei Bedarf abgerufen werde, so Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger. Also nur dann, wenn tatsächlich Betriebe im kommenden Jahr mitmachen. Lohnen würde sich das für jedes Unternehmen, war sich Fadime Tuncer (GL) sicher. Zudem profitiere auch die Stadt von dieser "nachhaltigen Wirtschaftsförderung".

Es sei im Interesse der Stadt, wenn sie hier helfe, nickte auch SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Krieger. Es gehe um Standort-, Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzsicherung. Krieger bat zu gegebener Zeit um eine Bilanz, was das Projekt für Schriesheims Betriebe bewirkt habe. Für "verhältnismäßig wenig Geld", so Wolfgang Renkenberger (FDP), werde die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestärkt. Da könne man nur zustimmen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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