16.12.2010

"Fraktionsvorsitz steht nicht zur Diskussion"

"Fraktionsvorsitz steht nicht zur Diskussion"Wenn es um das Wohl der Stadt geht, können wir doch nicht poltern und dagegen sein, sagt CDU-Fraktionschef Paul Stang über die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Höfer. Foto: Dorn

Herr Stang, war es glücklich für die CDU-Fraktion im Gemeinderat, sich in dieses Jahr ausgerechnet an der "Stolperstein"-Entscheidung politisch profilieren zu wollen?

Unsere Entscheidung war mit Sicherheit keine politische Entscheidung. Durch den millionenfachen Mord wurde dem jüdischen Volk schweres Unrecht angetan, was auf keinen Fall vergessen werden darf, und an das unaufhörlich erinnert werden muss. Um diese Erinnerung wachzuhalten, entsprechen die Gedenktafeln an der Kriegsopfergedenkstätte und die Hinweistafel an der ehemaligen Synagoge dem erforderlichen würdigen Rahmen. Die "Stolpersteine" auf dem öffentlichen Gehweg mit all seinem Unrat und Schmutz, so wie die unzähligen Menschen, die achtlos darüber gehen, entsprechen diesem Rahmen nicht.

Erst sagten Sie, die CDU sei für die "Stolpersteine", wenn die Kirchen den Antrag stellen. Dann stellen diese den Antrag, und ihre Fraktion ist außer Karl Reidinger geschlossen dagegen. Was ist da passiert?

Das stimmt so nicht. In dem besagten Interview habe ich gesagt, dass wir zustimmen werden, wenn die Kirchen den Antrag stellen und die Hauseigentümer nicht gegen die Stolpersteine sind. Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung hat sich ergeben, dass einige Hausbesitzer nicht zustimmen werden, sodass wir uns auf Grund der Gesamtlage mehrheitlich entschlossen haben, nicht zuzustimmen.

Bürgermeister Höfer kündigte an, für seine Wiederwahl im Jahr 2013 um die Unterstützung aller Parteien zu werben. Die CDU kann er hinter sich wissen, oder?

(lacht) Wir haben ihn in der Vergangenheit in vielen Sachfragen unterstützt, wenn es um das Gesamtwohl der Stadt ging. Über die Bürgermeisterwahl machen wir uns heute noch keine ernsthaften Gedanken. Aber Höfer hat im Jahr 2013 sicher den Nimbus des "Schriesemer Bub".

Also kein eigener Unions-Kandidat für das Amt des Bürgermeisters?

Diese Frage kann ich heute nicht beantworten. Außerdem wird das eine Entscheidung der Partei sein, nicht des Fraktionsvorsitzenden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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