19.01.2011

TCA will kein Öl ins Feuer gießen

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim-Altenbach. Schriesheims größerer Ortsteil kommt nicht zur Ruhe. Genauer gesagt, die benachbarten Sportvereine auf der Anlage "Kipp". Zankapfel ist der geplante Lärmschutzwall, der den schwelenden Konflikt um die Trainingszeiten des Motorsportclubs (MSC) beilegen sollte. Dass mit dem Bau des Walls auch nach Meinung von Ortsvorsteher Alfred Burkhardt nicht automatisch eine Erweiterung der Trainingszeiten einhergehe, erhitzte die Gemüter beim MSC (die RNZ berichtete). Gegen den Vorwurf des "Feudalherrschaftsgehabes" wehrt sich Burkhardt: "Ich habe mich über die Äußerungen gewundert. Die Vereine haben es doch bisher auch immer in die Reihe gekriegt, sich zu einigen."

Der MSC gehe davon aus, dass mit dem Wall jederzeit trainiert werden könne. "Wenn der Lärm so gut wie weg ist, ist das ja auch kein Problem. Die Karts werden wohl aber trotz Lärmschutzwall noch zu hören sein." Der MSC müsse für den Wall viel Geld in die Hand nehmen. Deshalb wolle er allzu hohe Erwartungen bremsen: "Nicht, dass nachher die Enttäuschung groß ist."

Burkhardt stellt noch einmal die nächsten Schritte dar: Am 14. Februar wird das Lärmschutzgutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben und bezahlt hat, im Ortschaftsrat vorgestellt. Auf der Basis dieses Gutachtens werde der Ortschaftsrat versuchen, eine Lösung zu finden und in Abwägung der jeweiligen Vereins-Interessen eine Lösung zu finden. "Wir haben bis jetzt aber noch keinen Antrag", gibt er zu bedenken. Jedenfalls würden die Kommunalpolitiker versuchen, "in der Sache offen zu diskutieren". TCA-Leiter Kurt Wolf will ebenfalls kein Öl ins Feuer gießen. "Ich verstehe mich gut mit Ernst Bauder", spielt er auf die bisherigen Vereinbarungen mit dem MSC-Chef an. Vor Turnieren und Meisterschaften habe sein Verein immer einer Verlängerung der Trainingszeiten zugestimmt. "Dazu sind wir auf einer vernünftigen Basis auch weiterhin bereit."

Den Vorwurf, der TCA habe den MSC wegen des Rasenmähens "schikaniert", will Wolf aber nicht stehen lassen. "Rasenmähen ist eine Verharmlosung", so Wolf. Mit Motorsägen sei das Gebüsch neben dem Platz entfernt worden, außerdem sei mit einem Traktor-Rasenmäher gemäht worden: "Das war fast noch schlimmer als der Kart-Lärm." Nachdem er darum gebeten habe, künftig während der Trainingszeiten zu mähen, sei die Sache aber auch geklärt gewesen. Wolf verweist auf die Interessen seines Vereins, bei dem 85 Mitglieder den Platz nutzen. Diese Nutzung sei mit einigen Kosten verbunden, allein bis zu 7000 Euro jährlich für die Instandhaltung der Plätze, 3000Euro Personal-, und 1000 Euro Mannschaftskosten, zu denen jedes Jahr um die 3500 Euro für Strom, Wasser und sonstiges kämen. "Macht unterm Strich 13000 bis 14000 Euro laufende Kosten", so Wolf. Dagegen sei es schwierig, neben Lärmquellen über 100 Dezibel konzentriert zu spielen. "Das ist keine optimale Situation für uns, aber wir versuchen Kompromisse zu finden." Er vertraue dabei auf Burkhardt, der sich bisher immer objektiv verhalten habe. "Eine Lösung kann man nur gemeinsam finden", erklärt er, "nicht gegen einander."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung