22.11.2011

Bis zu 100 Grabstellen werden hier vereint

Schriesheim. (sk) "Die Friedhofskultur lässt nach, die Leute gehen nicht mehr so oft zum Friedhof", weiß Heinz Kimmel. Daher, so der Gärtnermeister weiter, sei es beruhigend für die Menschen zu wissen, dass ein Grab gepflegt werde, auch wenn die Angehörigen nicht vor Ort seien oder die Pflege nicht mehr übernehmen könnten.

Diesem Gedanken trägt der "Garten der Erinnerung" Rechnung, ein neu angelegtes Grabfeld auf dem Schriesheimer Friedhof, zentral gelegen zwischen Haupteingang und Kapelle. Auf knapp 500 Quadratmetern gibt es hier frisch angelegte Beete, die von geschwungenen Kieswegen eingerahmt werden. Angelegt wurde das Gelände bereits im September. Einige Wochen später sind die Bodendecker, Blumen und Bäume gut angewachsen und wirken so, als gebe es den Garten schon seit Jahren.

Das Gelände bietet Raum für knapp 100 Grabstellen, überwiegend Urnen-, aber auch Erdbestattungen. Wer hier für einen Angehörigen ein Grab haben möchte, kauft den Platz für eine bestimmte Liegezeit von der Stadt. Die Pflege wird gleichzeitig über einen Dauergrabpflegevertrag mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (GBF) geregelt und bezahlt. Im Falle von Schriesheim ist Friedhofsgärtner Heinz Kimmel zuständig. Man kann wählen aus verschiedenen Preiskategorien, vom Urnengrab mit Namensplakette auf einer Steinstele bis zur normalen Erdbestattung mit Grabstein. Gemeinsam ist allen Varianten der fließende Übergang der Grabstellen, die alle in die Beete eingebettet sind. Da es keine Einfassungen gibt, wird die Pflege erleichtert, was die Grabpflege erheblich günstiger macht, gleichzeitig aber auch den Eindruck eines Gartens erhält.

Wer will, kann sich gleich zu Anfang für eine individuelle Bepflanzung im Beet entscheiden. Anonyme Bestattungen oder lediglich kleine Schildchen, wie sie in Friedwäldern üblich sind, gibt es nicht, ebenso wenig kahle Urnenwände. Entweder liegen die Gräber entlang der Wege, es gibt aber auch die Möglichkeit, eine Urnenbestattung unter einem der kleinen rotlaubigen Judasbäume zu erwerben. Ein Findling mit graviertem Namen weist dann auf die Grabstelle hin. Andere Grabsteine sind im größten Beet zur Ansicht aufgestellt, hier könne man aber ganz nach eigenem Geschmack auswählen, sagt Kimmel. Eingeweiht wird der "Garten der Erinnerung" am Totensonntag, wo das Gelände um 15.30 Uhr von Bürgermeister Hansjörg Höfer seiner Bestimmung übergeben wird.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung