26.05.2012

Messerattacke, Tod im Feuer und Kinderpornografie

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Die Zahl der Straftaten ist in Schriesheim im vergangenen Jahr auf 381 Delikte leicht angestiegen. Das sind nur vier mehr als im Jahr 2010. Dafür sank die Aufklärungsquote. Betrug sie im Jahr 2010 noch 48,3 Prozent, so lag sie im Jahr 2011 zehn Prozent niedriger. Das geht aus dem Jahresbericht zur Kriminalitätsentwicklung im Bereich der Kripo-Außenstelle Weinheim hervor, die auch für Schriesheim zuständig ist.

Im Revierbezirk zwischen Laudenbach und Schriesheim stieg die Zahl der registrierten Straftaten um sieben Prozent auf 3401. Zugenommen hat die Wirtschafts- und Straßenkriminalität sowie Betrug. Rückgänge waren bei Rohheitsdelikten und Sexualstraftaten zu verzeichnen. Im gesamten Revierbezirk gab es vergangenes Jahr nur zwei sogenannte "Straftaten gegen das Leben". Eine davon in Schriesheim.

Es handelt sich dabei um die Messerattacke in der Kirchstraße während des Straßenfestes, als ein 18 Jahre alter Heddesheimer einem 22-Jährigen in den Bauch stach. Das Opfer, dessen Leber perforiert und dessen Lunge verletzt worden war, konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Die Fahndung nach dem Täter war erfolgreich. Der Prozess gegen ihn ist abgeschlossen. Er bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung (wir berichteten). Sechs Mal musste die Kripo-Außenstelle vergangenes Jahr in Schriesheim in "nichtnatürlichen Todesfällen" ermitteln. Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte hier ein Verkehrsunfall am 20. Februar zwischen Schriesheim und Wilhelmsfeld. Der Fahrer verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Wie die Polizei ermittelte, hatte der Mann den Unfall selbst verursacht. Er war langsam eine Böschung hinabgefahren, hatte sich mit Benzin übergossen und danach angezündet.

Glücklich endete dagegen die Suche nach einem vermissten Kind am 17. November. An diesem Tag machten 28 Ladenburger Kindergartenkinder einen Ausflug auf die Strahlenburg. Kurz vor dem Heimweg merkte die Gruppe, dass ein fünf Jahre alter Junge fehlt. Die Polizei wurde alarmiert und startete eine Suchaktion mit Hubschrauber, Suchkräften von Schutz- und Kriminalpolizei, Feuerwehr und einem Spürhund. Sechs Kilometer entfernt kam der Junge auf einen Rentner zu, der "Holz machte". Der Bub war den Geräuschen der Motorsäge gefolgt.

Zu den weiteren Delikten, mit denen sich die Weinheimer Beamten in Schriesheim zu befassen hatten, zählten eine Insolvenzverschleppung, Betrug, zwei Fälle von Exhibitionismus sowie die Verbreitung von Kinderpornografie.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung