10.08.2012

Schriesheim: Neben den Bahnen rollen bald die Bagger

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Noch ist der Blick auf die Weinberge und die Strahlenburg an der Schriesheimer Ortsdurchfahrt unverbaut. Doch das wird nicht mehr lange so bleiben. Längs der Bundesstraße 3 und den Schienen der RNV-Linie 5 entstehen in Schriesheims Zentrum 14 neue Mehrfamilienhäuser mit 90 Wohnungen, Einrichtungen für die Seniorenbetreuung, eine Kinderkrippe und ein neuer Raiffeisenmarkt. Es sei die größte städtebauliche Zäsur im Ortskern, die die Weinstadt an der Bergstraße in den vergangenen 100 Jahren erlebt habe, sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer schon am 9. November 2006.

Damals teilte die MVV OEG AG mit, dass sie die Hälfte ihres Betriebsgeländes in Schriesheims Mitte nicht mehr brauche und vermarkte - alles in allem ein rund 23.000 Quadratmeter großer Streifen. Auf dem Areal waren seinerzeit noch Technikgebäude und Werkhallen, in denen Busse gewartet und gewaschen wurden. Dahinter parkten die Busse über Nacht im Freien. Vor zwei Jahren wurde alles abgerissen. Es gab einen städtebauliches Gutachterverfahren, das die Heidelberger Firma "re2area", ein Spezialist für Konversionen, gewann. Vor zwei Jahren wurden alle OEG-Gebäude abgerissen, dann der Schriesheimer Bahnhof im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der RNV-Linie 5 neu gebaut und Ende Juli eingeweiht.

Jetzt stehen drei Investoren in den Startlöchern. Der europaweit agierende Immobilienentwickler "Bouwfonds" kündigte gestern an, noch im November mit dem Bau der ersten sieben Mehrfamilienhäuser beginnen zu wollen. Darin wird auch die drei-gruppige Krippe integriert. Ebenfalls ab diesem Herbst will die Schriesheimer Investorengemeinschaft Alfred Burkhardt/Sven Witteler auf Höhe des neuen Bahnhofs einen Komplex für Betreutes Wohnen, eine Tagespflege und Gesundheitseinrichtungen bauen. Auch die Karlsruher ZG Raiffeisen würde lieber heute als morgen ihren neuen Raiffeisenmarkt bauen, der den alten auf dem Areal ersetzen wird.

In jedem Fall soll auch hier noch in diesem Jahr der Baustart sein.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung