04.03.2013

50.000 Gäste kamen am ersten Wochenende

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der diesjährige Mathaisemarkt erlebte einen furiosen, sonnigen Auftakt. Nach offiziellen Angaben der Stadt kamen 50.000 Besucher am ersten Wochenende - 5000 am Freitagabend, 15.000 am Samstag und 30.000 am Festzug-Sonntag. Bürgermeister Hansjörg Höfer sprach von einer euphorischen Stimmung: "Jeder hier begrüßt den Frühling. Es ist bisher ein Wahnsinns-Mathaisemarkt", so der Rathauschef wörtlich, der mit Weinkönigin Alexandra Quick und ihren Weinprinzessinnen Lena Speicher und Julia Fontius bei keinem Programmpunkt fehlt. Die Straußwirtschaften waren gerade am Samstag zum Bersten voll. Im Festzelt gab es teilweise kein Rein- oder Rauskommen.

Die Ordnungs- und Sicherheitskräfte bewerteten die ersten Volksfesttage differenziert, jedoch unter dem Strich als "unspektakulär". Die Polizei verzeichnete nach Angaben der Polizeidirektion Heidelberg am Samstagabend den Platzverweis eines Betrunkenen an der Haltestelle Zentgrafenstraße. Gegen 22 Uhr kam es zu einer Schlägerei vor der Straußwirtschaft Wehweck, wobei ein Alkoholisierter Widerstand gegen die Polizei leistete und einen Beamten verletzte.

Schon am Freitagabend, gegen 22.30 Uhr, waren zwei 15-Jährige und ein 17-Jähriger vom Mathaisemarkt unterwegs zum OEG-Bahnhof. Auf Höhe der Bismarckstraße sprachen sie zwei Männer an, die um Feuer baten. Am Ende wurden die jungen Leute von dem Duo bedroht und um zwei Handys sowie 100 Euro "erleichtert". Die Täter flüchteten zu Fuß. Bei den Geräten handelt es sich um ein Sony Ericsson und ein Huawei. Einer der Täter habe türkisch ausgesehen, so die Polizei. Er hatte einen Dreitagebart, trug Jeans, ein rotes T-Shirt, eine Lederjacke und rot-schwarze Nike-Turnschuhe. Sein schwarzes Haar war über den Ohren rasiert. Der zweite Mann könnte Pole sein. Er hatte blondes Haar, seine Jacke und seine Sporthose waren schwarz. Auch er hatte seitlich rasiertes und hoch gegeltes Haar. Beide sind etwa 25 Jahre alt; die Polizei bittet um Hinweise.

Etwa zur selben Zeit schlug ein Unbekannter das hintere rechte Blinkerglas eines Hundai Santa Fee ein, der auf Höhe des Anwesens Steinachstraße 7 geparkt war. Hier hatte auch die Feuerwehr einen "interessanten" Einsatz, wie es Kommandant Oliver Scherer ausdrückte. Nach einem ruhigen Freitag waren am Samstag erst zehn Kameraden an der Strecke des Mathaisemarktlaufs postiert, dann hatten zwölf Mann Bereitschaft. Im Laufe des Abends fiel dann im Bereich Steinach-, Zentgrafen-, Bismarckstraße und Baugebiet "Nord" die Straßenbeleuchtung aus: "Es war stockdunkel und gefährlich", so Scherer. Und das an einer wichtigen Fußverbindung zur Bahn-Haltestelle. Da die MVV das Stromproblem nicht so schnell lösen konnte, musste die Feuerwehr den Bereich Steinachstraße für drei Stunden mit der Drehleiter ausleuchten. Zudem halfen die Kameraden dem Roten Kreuz beim Transport von Betrunkenen. Eine Person war in ihrem traurigen Zustand sogar am frühen Sonntagmorgen in den Kanzelbach gefallen. "Aber als wir ankamen, war sie schon wieder an Land", so Scherer.

Bleibt die Frage, wie der neue Festzeltwirt, Hans-Peter Küffner, ankommt. Hört man sich um, so wird sein Zelt ganz unterschiedlich bewertet - von großzügig bis kalt und von hell bis trist. Vielen Gästen fehlen die seitlichen Nischen und die Gemütlichkeit. Zum Essensangebot und zum Service gibt es ebenfalls geteilte Meinungen. Vieles, so der Eindruck der Besucher, habe sich noch nicht eingespielt. Bürgermeister Hansjörg Höfer formulierte es so: "Hans-Peter Küffner macht das ordentlich. Aber es gibt sicher noch Manches zu verbessern."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung