18.04.2013

Im Marktausschuss wurde der Ruf nach mehr Polizei laut

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der Marktausschuss bemühte sich in seiner außerordentlichen Sitzung am Dienstagabend, eigene Antworten auf die Frage zu finden, wie man auf die Auswüchse des Alkoholkonsums auf dem diesjährigen Mathaisemarkt reagieren sollte. Weinheims Polizeirevierleiter Jürgen Helfrich hatte das Gremium in die Pflicht genommen: "Der Ausschuss muss sagen, was er will und was nicht."

Bürgermeister Hansjörg Höfer schickte voraus, dass die Wenigsten unter den alkoholisierten Jugendlichen, mit denen es das Rote Kreuz und die Polizei zu tun hatten, aus Schriesheim kommen würden: "Das heißt nicht, dass sie bessere Menschen sind, aber hier funktioniert die soziale Kontrolle, weil sie auf dem Fest ihren Eltern, Nachbarn oder Lehrern begegnen können." GL-Stadtrat Wolfgang Fremgen wollte von Helfá †rich wissen, welche Art von Alkohol von den Jugendlichen mitgebracht und getrunken werde: "Spirituosen", so Helfrich, "und wer Alkohol mitbringt, der zählt nicht zur Kundschaft auf dem Fest."

Ein Vorschlag waren stichprobenartige Testkäufe zur Kontrolle, etwa in Supermärkten. Bringt nichts, so der Polizist: "Denn es sind die 18-Jährigen, die ihn kaufen." Fremgen brachte eine freiwillige Selbstverpflichtung von Gastronomie und Lebensmittelmärkten während des Mathaisemarkts ins Spiel, seine Fraktionskollegin Dr. Barbara Schenk-Zitsch schlug vor, sich das modellhafte Alkoholpräventionsprojekt "Hart am Limit" anzuschauen. Zudem kritisierte sie, dass auch im Festzug "eine Masse an Alkohol ausgeschenkt" werde: "Das ist kein gutes Zeichen von Kultur." Was Jutta Becker (FW) so nicht stehen lassen wollte: "Der Mathaisemarkt ist ein Weinfest, Vorbildfunktion hin oder her. Und Kinder bekommen ja im Festzug keinen Alkohol." Bürgermeister-Vize Anselm Löweneck (CDU) meinte, man könne Jugendliche auf dem Mathaisemarkt doch schon Alkoholkontrollen unterziehen, wenn sie das Fest gerade erreicht haben. "Dazu kann ich keinen zwingen", gab Helfrich zu bedenken, "außerdem will ich, dass die Jugendlichen erst gar nicht in diesem Zustand auf den Mathaisemarkt kommen." Auch Löwenecks Vorschlag, auf dem Festplatz private Security einzusetzen, verfing bei Helfrich nicht: "Private Sicherheitskräfte im öffentlichen Raum sind aus unserer Sicht problematisch." Dann müsse eben die Polizei ihre Einsatzkräfte verstärken, so Löweneck.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung