30.04.2013

Brennendes Zeitungspapier war die Ursache

Brennendes Zeitungspapier war die UrsacheDie Flammen hatten sich in die Gebäudehülle gefressen. Foto: Feuerwehr Schriesheim

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Zum Glück waren die Schüler im Wochenende: Am Sonntag kam es zu einem Schwelbrand in einer Außenwand der Kurpfalz-Grund- und Werkrealschule. Bei den Löscharbeiten zog sich ein Feuerwehrmann Verbrennungen zweiten Grades an der linken Hand zu. Die Ursache des Brands war fahrlässige Brandstiftung. Nach Aussage der Polizei hatten sich die Flammen von brennendem Zeitungspapier in die Gebäudehülle gefressen. Für die Feuerwehr war der Einsatz eigentlich Routine, der Samstag und der Sonntag hatten es für die Kameraden aber trotzdem in sich.

Während sie am Samstag in der Stunde nach Mitternacht und am Nachmittag zu zwei kleinen Einsätzen aufgrund von Störmeldungen gerufen wurden, waren die Alarmierungen am Sonntag von anderem Kaliber - und wesentlich personalintensiver.

Felsbrocken in der Talstraße

Um 13.39 Uhr wurden Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Führung der Feuerwehr in die Talstraße auf Höhe der Bank am "Hirschsprung" gerufen. Hier war an einem Hang hinter der Bebauung ein größerer Felsbrocken abgegangen. Die Erkundung ergab, dass weiteres großes Gestein unkontrolliert abzustürzen drohte. Die Stelle wurde umfassend gesichert und die Absturzsicherungsgruppe der Feuerwehr hinzugezogen. Ein Kamerad seilte sich von oben in die rund 25 Meter hohe Wand ab und trat das lockere Gestein gezielt weg. Nach gut zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Wie wichtig automatische Brandmeldeanlagen sind, zeigte der zweite Einsatz an diesem Tag, der Brand in der Schule. Um 21.13 Uhr wurde die Feuerwehr ins Kurpfalz-Schulzentrum gerufen. Die Brandmeldeanlage hatte ausgelöst. Der Brandgeruch schlug den Kameraden schon im Foyer entgegen. Und wie die Kontrolle ergab, waren gleich mehrere Rauchmelder aktiv geworden. Auch die Brandschutztüren hatten sich automatisch geschlossen und verhinderten, dass sich der Rauch ausbreitet. So war zunächst nur der Eingangsbereich komplett verqualmt, später noch ein Klassenzimmer und Lagerräume.

Nachdem der Brandherd entdeckt war, öffneten die Kameraden die Gebäudewand von außen und gingen gegen das Feuer von beiden Seiten vor. Ein Überdrucklüfter sorgte derweil dafür, dass der Rauch aus dem Gebäude abziehen kann. Auch die in Mitleidenschaft gezogenen Zimmer wurden entlüftet. Die Höhe des Sachschadens war für die Feuerwehr schwierig zu schätzen, dürfte aber nach Angaben von Kommandant Oliver Scherer bei rund 20 000 Euro liegen.

Die Kameraden waren noch gar nicht so lange an der Einsatzstelle im Schulzentrum, als schon die nächste Alarmierung kam: Um 21.22 Uhr hieß es, dass unweit des Schulgebäudes, in der Max-Planck-Straße, eine Kellerwohnung auf rund 100 Quadratmetern unter Wasser stehe. Ein Wasserventil sei technisch defekt gewesen, heißt es im Bericht. Hier musste die Wehr mit Tauchpumpe und Wassersaugern agieren. Dieser Einsatz war nach anderthalb Stunden beendet.

Bei beiden Einsätzen waren insgesamt 37 Kameraden und der komplette Fuhrpark der Feuerwehr Schriesheim unterwegs. Bis auch die letzten Aufräumarbeiten im Haus der Feuerwehr er-ledigt waren, ging es auf Mitternacht zu.

"Durch die Brandmeldeanlage im Kurpfalz-Schulzentrum konnte der Brand sehr früh entdeckt werden", betonte Scherer. Auch die Rauchschutztüren hätten sich bewährt - in Verbindung mit dem gezielten Vorgehen der Feuerwehr: "Hier zeigte sich wieder, wie wichtig die Investitionen in den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz sind", so Scherers Lehre aus diesem Einsatz.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung