20.02.2014

Mit dem Schriesheimer "Tunnelblick" für den guten Zweck

Mit dem Schriesheimer "Tunnelblick" für den guten Zweck

Ihr Wein ist in der Flasche und auch im Internet: Winzer Georg Bielig und Jens Kappauf (r.), zwei der vier Väter des 'Schriesheimer Tunnelblick'. Foto: Dorn

Tolle Idee: Jens Kappauf und Georg Bielig stellten gestern ein ganz besonderes Weinprojekt vor

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Das Ganze als Schnapsidee zu bezeichnen, wäre völlig falsch. Denn erstens geht es um Wein. Und zweitens hörte sich die Sache auch Tage später noch gut und sinnvoll an. So wurde aus einem launigen Einfall ein Projekt. Der in Schriesheim wohnhafte Jens Kappauf erzählte seine Gedanken zuerst Frank Röger. Die beiden Papas saßen beim Abschlussfest des Kindergartens "Römerstrolche" beieinander. So wurde Kappauf zum "Ausdenker" für einen Wein, der den Namen "Tunnelblick" haben sollte, und Röger zum "Mitdenker" beim Umsetzen. Jetzt brauchten die beiden noch einen "Vordenker", nämlich einen Winzer. Den fanden sie in den Feldern zwischen Schriesheim und Dossenheim. Und weil Georg Bielig immer für gute Ideen im Glas zu haben ist, steht sie jetzt frisch abgefüllt da, die Schriesheimer Weißweincuvée vom Jahrgang 2013 mit dem Namen "Tunnelblick".

Bei der Vorstellung der Weinhoheiten im Zehntkeller am morgigen Freitag wird Bielig den guten Tropfen präsentieren, am Samstag geht er im Weingut des Winzers für 6,50 Euro die Flasche in den Verkauf. Wer sich den lecker-frischen Weißen aus 40 Prozent Riesling für die Mineralität, 30 Prozent Silvaner für den fruchtbetonten Körper und 30 Prozent Gewürztraminer für das komplexe Aroma gönnt, der tut nicht nur sich was Gutes. Denn zwei Euro pro Flasche spenden die drei Wein-"Denker" der Deutschen Leukämie-Forschungshilfe - "Aktion für krebskranke Kinder e. V.".

Vierter im Bunde ist übrigens ein "Querdenker": Werbeprofi und Grafiker Karsten Kief, aus der Pfalz mit Büro in Ludwigshafen. Er entwarf das Etikett und wird jetzt natürlich damit aufgezogen, als Pfälzer endlich mal einen gescheiten Wein, nämlich einen badischen, zu trinken. Doch trotz allem Spaß war da zunächst Skepsis, und zwar bei Georg Bielig: "Ich bin erst mal erschrocken. Da kommt ein 'Fremder' hier zu mir und will mal eben 1000 Flaschen Wein. Da fragt man sich schon, was der damit will." Das wurde - bei einer Flasche Wein - geklärt: "Die Idee war da, der Name für den Wein war da, das Etikett war da. Alles war hieb- und stichfest." Also konnte Bielig eigentlich gar nicht mehr nein sagen. Wollte er auch nicht. Zumal der gute Zweck dahinter stand: "Das ist toll, aber es ist auch erschreckend, wie viel Bedarf besteht. Es gibt so viele gute und sinnvolle Projekte, aber oft fehlt es einfach am Geld."

Genau 1250 Flaschen

Bielig und Kappauf betonten bei der gestrigen Vorstellung des "Schriesheimer Tunnelblick", der übrigens ein eingetragenes Warenzeichen ist, dass es sich um eine einmalige Aktion handelt: "Das ist ja der Sinn eines Projekts. Es hat einen Anfang, ein Ende und einen Zweck", sagte Kappauf. Genau 1250 Flaschen gehen in den Verkauf. So kann das ganze Projekt als kleine Hommage an den Tunnelbau verstanden werden, aber auch als Beitrag zum Stadtjubiläum. Fragt sich, ob die Trauben auch in der Nähe der Tunnelbaustelle gewachsen sind. Bei der Frage musste Bielig grinsen: "Na ja, also eigentlich hätten einige Trauben dafür auf der linken Fahrspur wachsen können. Wir hatten da nämlich mal einen Weinberg, bevor es losging."

Fi Info: Infos zum "Schriesheimer Tunnelblick" im Internet unter www.schriesheimer-tunnelblick.de. Die Weißwein-Cuvée ist ab Samstag im Verkauf beim Weingut Bielig.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung