04.03.2014

Den Schülern ist viel eingefallen

Theater, Infos, Keramik, Tanz und Leckereien: Die siebten Klassen des Kurpfalz-Gymnasiums stellten ihre Kreativprojekte vor

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Bei Gymnasialschülern dieser Tage sitzt vielleicht nicht immer jedes Komma, dafür passt dann jedes Wort. Ein gutes Beispiel, wie sich bereits Siebtklässler vor großem Publikum überzeugend präsentieren, in Englisch und Französisch parlieren und durchaus selbstkritisch Ergebnisse aus Workshops preisgeben, unterhielt am Kurpfalz-Gymnasium abends Eltern, Verwandte und das Lehrerkollegium in der voll besetzten Aula der Schule.

Die vier siebten Klassen stellten dabei gruppenweise ihre fünf Kreativprojekte vor, an denen sie je nach Neigung teilgenommen hatten. "Kreativ sein, heißt, das jemandem etwas einfällt", befand Schulleiter Matthias Nortmeyer eingangs. Was das im Fall der Schüler sein könnte, wisse er selbst noch nicht. "Ich wünsche uns aber einen tollen Abend; das wird sicher kurzweilig." Und das war nicht zu viel versprochen. Das Ganze kam knackig und keinesfalls überfrachtet daher. Länger als 20 Minuten dauerte keine Einheit; das war sehenswert komprimiert und pfiffig aufgebaut.

Den Anfang machte englischsprachiges Theater in flüssigen und fehlerfreien Dialogen mit einer Kurzfassung der stilistisch reichen Erzählung des irischen Schriftstellers Oscar Wilde, "Das Gespenst von Canterville". Die Projektleitung lag hier in den Händen von Boris Boiko und Gabi Koch-Dieke.

Mit Französischlehrer Johannes Hertel hatte sich eine andere Gruppe nach Brignais, die Austauschpartnerstadt gemacht. Ein "zukunftsorientiertes Projekt", wie die Schüler hier meinten. Mit Informationen über das nah bei Brignais gelegene Lyon, vor allem über historische Bauwerke und Spezialitäten sowie die Austauschschule, bekamen die Zuhörer Einblick ins partnerschaftliche Miteinander der Schüler.

Beeindruckend, was eine weitere Gruppe in Zusammenarbeit mit Nisani Bührlein an Kreativität rund um kunstvolle Keramikobjekte entwickelte. Die Schauvitrinen der Schule enthielten wunderbare Exponate, wobei ein Film zunächst das "Making-of", also die Herstellung beschrieb. Man erfuhr, was die "Daumendrücktechnik" ist oder was ein "Schrühbrand" ist. Ein Wort, das den Schülern schwer über die Lippen kam.

Obwohl die Jungs aus dem Tanzprojekt anfangs nach eigenen Angaben lieber nur pokern wollten, rafften sie sich doch noch auf, um nicht hinter den aktiven Mädels zurückzustecken. Ein Kunstgriff natürlich - und letztlich eine supercoole Show unter der Regie von Florian Beierer. Applaus auch fürs abschließende Gruppenbild mit knieverletzter Schülerin. Das fünfte Projekt war kulinarischer Art und leitete unmittelbar über zum gemütlichen Teil des Abends mit Spezialitäten aus fernen Ländern. "Wir haben uns für Italien entschieden und waren da anfangs zu Dritt", hieß es vonseiten einer Kochtruppe. Der nächste Satz: "Aber Philipp ist dann schlecht geworden, und er musste sich übergeben", ließ zunächst Raum für Spekulationen, hatte aber letztlich rein gar nichts mit den kleinen Köstlichkeiten zu tun gehabt, die die Schüler um Beate Albinger gezaubert hatten.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung