16.04.2014

Im Rhein-Neckar-Kreis wird bald noch mehr geblitzt

Der Kreis errichtet in der zweiten Jahreshälfte an fünf Standorten stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen.

Von Stefan Hagen

Rhein-Neckar. Autofahrer aufgepasst: Im Rhein-Neckar-Kreis wird künftig mehr geblitzt. An fünf Standorten, so wird es vom Landratsamt angekündigt, werden im Rahmen eines Pilotverfahrens in der zweiten Jahreshälfte stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen errichtet.

Und zwar nach dem neuesten Stand der Technik: Vorgesehen seien "digitale, laserbasierende und berührungslose Anlagen". Rund 250.000 Euro stehen für diese Maßnahme im aktuellen Haushalt bereit. Aber die genauen Kosten könne man natürlich noch nicht beziffern, betonte Thomas Rohleder, stellvertretender Pressesprecher des Rhein-Neckar-Kreises.

Errichtet werden die Messanlagen an den folgenden Stellen:

> Schriesheim: B 3 am südlichen Ortseingang im Bereich der Busausfahrt.

> Ilvesheim: L 542 an der Ortseinfahrt aus Richtung Ladenburg.

> Neckargemünd: B 37 nach der Ortseinfahrt aus Richtung Heidelberg.

> Lobbach: L 532 nach dem Ortseingang von Waldwimmersbach aus Richtung Wiesenbach,

> Walldorf: L 723 in der Nähe der Kreuzung mit der L 598. Die Auswahl der Standorte sei laut Landratsamt "unter Berücksichtigung der rechtlichen Anforderungen an Unfallschwerpunkten, gefährlichen Stellen und schutzwürdigen Streckenabschnitten" erfolgt.

Wobei sich die Autofahrer "überraschen" lassen dürfen, denn nicht alle fünf Anlagen werden nach RNZ-Informationen gleichzeitig "scharf gestellt". Vielmehr werden zwei mobile Lasermessgeräte wechselweise in die fest stationierten "Hüllen" eingesetzt. Der "Abschreckungseffekt" dürfte trotzdem dafür sorgen, dass die zulässige Geschwindigkeit an allen Standorten eingehalten wird - schließlich kann man ja nie wissen.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer einverstanden mit der Errichtung der Messanlage in seiner Stadt: "Hier geht es vor allem um die Sicherheit der Fußgänger, die an dieser Stelle die Straße überqueren - allen voran Schulkinder." Zudem sinke der Lärmpegel für die Anwohner.

In Neckargemünd hat der Gemeinderat der Errichtung der Messanlage bereits zugestimmt - allerdings wurde kontrovers über den "Blitzer" diskutiert. "Das ist reine Abzocke", meinte etwa Dietmar Keller (SPD). Der Kreis sage, es ginge um die Verkehrssicherheit. Dabei gebe es dort gar keine Unfälle. Der Standort sei richtig, hielt Giuseppe Fritsch (Freie Wähler) entgegen. Einen entscheidenden Punkt sprach schließlich Jens Hertel an. Der Sozialdemokrat betonte, dass die Verwarnungs- und Bußgelder nicht an die Stadt Neckargemünd, sondern an den Kreis gehen würden. "Wir sind da nicht beteiligt."

Bürgermeister Horst Althoff wollte diesen Aspekt nicht in den Mittelpunkt stellen. Es gehe um Sicherheit, nicht ums Geld.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung