30.04.2014

Jetzt ist die Schriesheimer Schillerstraße dran

Der Ausbau soll Ende Mai, Anfang Juni beginnen - Der Abriss des alten Raiffeisenmarktes startet nächste Woche

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Die Bebauung des OEG-Areals geht in großen Schritten voran. Im neuen Raiffeisenmarkt kaufen die Kunden schon ein, die Wohnhäuser von Bouwfonds sind so gut wie fertig, und das Senioren- und Gesundheitszentrum von Burkhardt/Witteler liegt ebenfalls voll im Zeitplan, der eine Vollendung im August vorsieht. Nächste Woche wollen die Investoren die Ärzte vorstellen, die hier, am "Schillerplatz", ihre Praxen beziehen werden. Die Gestaltung des 2270 Quadratmeter großen Platzes in westlicher Verlängerung der Theodor-Körner-Straße soll im Sommer beginnen, schon Ende Mai, Anfang Juni geht es mit dem Ausbau der Schillerstraße und ihrer Gehwege zwischen Passein und Theodor-Körner-Straße los.

Der Gemeinderat soll für diese Straßenbauarbeiten heute den Auftrag an die Neckargeracher Baugesellschaft HLT vergeben, Auftragssumme: gut 536.200 Euro. Dass jetzt auch die Schillerstraße selbst schön gemacht wird, bietet sich nicht nur aufgrund des Fortschritts auf den Baustellen an, deren Fahrzeuge bislang die provisorische Fahrbahn und manche Anwohnernerven malträtierten. In den vergangenen beiden Jahren wurden zudem Abwasserrohre und Trinkwasserleitungen in der Schillerstraße erneuert, sodass die Straße in absehbarer Zeit nicht wieder aufgerissen werden muss. Die Planungsleistungen für den Straßenbau werden vom Leutershausener Ingenieurbüro Schulz betreut, die Planungsleistungen für den Bau des "Schillerplatzes" von der MVV enamic regioplan GmbH.

Der Platz setzt sich aus drei Teilen zusammen. Zunächst der Kreuzungsbereich Schiller-, Theodor-Körner-Straße. Dieser sieht einen verschwenkten Fahrbahnverlauf der Schillerstraße vor. Das ist neu. Westlich davon entsteht ein 228 Quadratmeter großer Bereich mit Parkplätzen. Dritter Teil ist der "Schillerplatz" selbst, das 828 Quadratmeter große Areal nördlich des Senioren- und Gesundheitszentrums, das im Westen von der Busspur des Bahnhofs begrenzt wird. Farblich abgesetzte Bänder im Bodenbelag sowie laubengangähnlich angeordnete, eckige Tore aus puristisch wirkendem Cortenstahl sollen zu den Gestaltungselementen gehören.

Das künftige Aussehen dieses Platzes ist das Ergebnis aus einem Bürgerwettbewerb und den Beratungen des Gestaltungsbeirats, an dem der Gemeinderat beteiligt ist und der seit etwa drei Jahren an diesem Projekt arbeitet.

Die gesamten Baukosten für alle öffentlichen Flächen rund um das OEG-Areal werden von der Stadt mit gut 2,8 Millionen Euro beziffert, rund 300.000 Euro mehr als noch vor knapp einem Jahr geschätzt. Die Stadt hat nach momentaner Schätzung rund 1,55 Millionen Euro der Gesamtsumme zu tragen, die MVV leistet einen Kostenbeitrag gemäß des städtebaulichen Vertrags von gut 466.000 Euro, aus dem Landessanierungsprogramm werden gut 800.000 Euro erwartet.

Die Flächen seien einfach größer als zunächst gedacht, so Stadtbaumeisterin Astrid Fath gestern über die Steigerung in der Kostenkalkulation. Denn es sind ja nicht nur der "Schillerplatz" und die Schillerstraße im Süden. Auch "Park+Ride"-Plätze werden angelegt und Fußwege gebaut.

Außerdem gibt es da noch den nördlichen Abschnitt der Schillerstraße bis zur Bahnhofstraße sowie den öffentlichen Platz rund um die Unterführung, der sogenannte "Platz Nord". Beides, nördliche Schillerstraße und nördlicher Platz, werden aber erst dann ansprechend gestaltet, wenn in Verlängerung der Bahnhofstraße die weiteren Wohnhäuser von Bouwfonds errichtet wurden. Das dauert also noch. Zumal auf dem Gelände momentan noch der alte Raiffeisenmarkt steht. Allerdings nicht mehr lange.

Der Abriss sollte eigentlich schon diese Woche beginnen, wie das Vorstandsmitglied der Volksbank Kurpfalz H+G Bank, Thomas Götz, auf RNZ-Anfrage sagte. Der Bank gehörte das Gelände. Götz ging davon aus, dass nächste Woche die Abrissbagger anrollen. Danach soll der Boden auf Altlasten untersucht werden. Nach etwa drei Wochen solle das alte Marktgelände dann soweit sein, dass es an die MVV übergeben werden kann.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung