30.06.2014

Schriesheimer Flohmarkt: Stundenlanges Warten vor dem Bachschlössl

Am Freitag war erster Tag des Standverkaufs für den Straßenfestflohmarkt - Heute und am Montag werden nochmals die begehrten Stände vergeben

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. "Die brauchen das", vermutet Verkehrsvereins-Vorsitzender Karl-Heinz Schulz. "Das" ist stundenlanges Warten vor dem Bachschlössl, dem sich besonders ehrgeizige Flohmarktverkäufer alljährlich unterziehen, um bei der Vergabe der Stände ganz sicher einen ganz bestimmten Standort zu ergattern. Bereits um 11 Uhr waren gestern die ersten Stand-Anwärter vor dem Häuschen in der Talstraße, in dem der Verkehrsverein alljährlich die Standvergabe für den Straßenfest-Flohmarkt Anfang September abwickelt.

INFO


Der Verkauf der Flohmarktstände geht an diesem Samstag von 10 bis 12 Uhr sowie am Montag von 17 bis 19 Uhr im Bachschlössl weiter.

Bis zur Öffnung des Bachschlössls waren da immerhin vier Stunden Wartezeit zu überbrücken: eine Aufgabe, die die Routiniers mit reichlich mitgebrachter Lektüre und bequemen Klappstühlen bewältigten. Eigentlich, sagte Schulz, bräuchte niemand so lange zu warten: "Aber ich denke, das ist für manche Kult."

Immerhin zehn Meter maß die Schlange zu "Spitzenzeiten", doch nach und nach wurde sie kürzer, und gegen halb vier standen die Wartenden nur noch im Treppenhaus und kurz vor der Eingangstür. Die restliche Wartezeit verkürzten sie sich mit Erfahrungsaustausch. Es zeigte sich, dass die Friedrich- und die Kirchstraße gestern besonders beliebt waren. Schulz bestätigte das wenig später: "Die Kirchstraße war der Renner, da sind alle Plätze schon weg."

Trotzdem war die Auswahl noch immer groß: Nachdem im letzten Jahr die Herrengasse zum Flohmarkt-Gebiet hinzu kam, standen wieder 350 Plätze zur Verfügung, aufgeteilt in Zwei-Meter-"Parzellen" zu jeweils acht Euro. Warum die in der einen Straße begehrter waren als in einer anderen, das konnte man in der Warteschlange erfahren. Sie habe früher oft in der Heidelberger Straße verkauft, erklärte eine Mutter: "Aber das Problem da ist, dass man nicht mehr heraus kommt, wenn man seinen Stand früher abbauen will. Oder man kommt nicht mehr hin, wenn man morgens später zum Aufbauen kommt." Das Problem liege in der Erreichbarkeit der zentral gelegenen Straße, was auch ein älterer Herr in der Schlange bestätigte: "Ich parke immer auf dem Festplatz und suche mir eine Straße, wo ich möglichst nahe an den Stand heran fahren kann."

Aber, und auch das gab die junge Mutter zu bedenken: "Um Umsatz zu machen, ist die Heidelberger Straße ideal." Sie verkaufe immer Bücher, erklärte sie, neue Krimis und Bestseller. Ein Ladenburger, seit zehn Jahren Flohmarktverkäufer, hat sich dagegen dem Verkauf von Trödel und Antikem verschrieben. Da, berichtete er, komme es manchmal auch auf den Verkaufstag an: "Am Straßenfestsamstag ist ein ganz anderes Publikum unterwegs als am Sonntag."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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