14.07.2014

"Kunst gegen Komasaufen" in Schriesheim.

Zwei Bilder des Kurpfalz-Gymnasiums wurden beim DAK-Wettbewerb "bunt statt blau" prämiert.

Schulleiter Matthias Nortmeyer (hinten, links) und Ulrich Fath von der DRK (hinten, Mitte) mit den ausgezeichneten Schülern und den projektbegleitenden Lehrerinnen. Foto: Dorn

Schriesheim. (nare) "Der graue Tisch wandelt sich in ein buntes Feld", stellte Schulleiter Matthias Nortmeyer beim Anblick der Bilder fest. Die Farbenfreude auf dem tristen Büromöbel kam also nicht von ungefähr. Gestern wurden Schüler des Kurpfalz-Gymnasiums (KGS) für ihre Kunstwerke geehrt, die im Rahmen des "bunt statt blau"-Wettbewerbs der DAK ausgezeichnet wurden. Insgesamt fünf Bilder wurden von der Schule eingeschickt, zwei davon wurden nun prämiert.

Doch eigentlich sei das Teilnehmen an dem Wettbewerb erst ein zweiter Schritt gewesen, erinnerte sich Kunstlehrerin Bele Rommel. Im Vorfeld des Mathaisemarkts seien die Plakate Teil des Präventionskonzepts der Stadt Schriesheim gewesen. Neben der Schule und der Stadt selbst waren damals auch die Polizei sowie der Jugendgemeinderat daran beteiligt gewesen.

"Ziel war es, dass sich die Schüler mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinander setzen, und dass jeder Schüler einmal darüber nachdenkt", so Rommel. Wie wichtig dieses Ziel ist, machte bei der Preisverleihung auch Ulrich Fath, Leiter des Servicezentrums der DAK, deutlich. Mit deutlichen Zahlen zeigte Fath das Problem des "Komasaufens" bei Jugendlichen auf. Über 26.500 Jugendliche mussten im Jahr 2012 bundesweit wegen Alkoholkonsums ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Wert, den die DAK auch durch den Kunstwettbewerb senken möchte.

Bereits seit mehreren Jahren läuft der Wettbewerb unter dem Motto "Kunst gegen Komasaufen". Ziel sei dabei nicht, den Alkohol völlig zu verteufeln oder zu verbieten, stellte Fath klar. Man wolle den Jugendlichen aber einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol nahebringen. Dass ein solcher Ansatz gerade vor so großen Volksfesten wie dem Mathaisemarkt besonders wichtig ist, weiß auch Christin Seilheimer, Schulbeauftragte für Prävention.

Von ihr kam auch die Idee, die Bilder nicht nur für den schulinternen Wettbewerb zu verwenden, sondern damit auch bei "bunt statt blau" mitzumachen. "Wir haben schon die letzten Jahre mit der Idee geliebäugelt, und dieses Jahr haben wir nun unsere Vorschläge eingereicht", so Seilheimer. Insgesamt vier Klassen hatten an der Kunstaktion zum Präventionskonzept teilgenommen. Und über 500 Schüler ab der siebten Klasse hatten schlussendlich abgestimmt und so die fünf "Siegerbilder" gekürt, die dann auch beim DAK-Wettbewerb eingeschickt wurden.

Vorgaben in der Gestaltungstechnik habe es keine gegeben, erklärten die Kunstlehrerinnen. Die unterschiedlichen Ansätze der Schüler ließen sich schon bei den beiden prämierten Bildern erkennen. War das eine Bild ein farbenfrohes, handgemaltes Werk, war das andere eine eher düster gehaltene Fotografie. Beide Bilder hatten auf jeden Fall die Jury überzeugt, und so konnten die prämierten Schüler Clara Beringer, Karla Findeisen, Alexa Gentner, Jana Winterstein, Shaleen Flade, Jonathan Herrmann und Ruben Maltry nun stolz ihre Urkunden und Geschenke der DAK entgegennehmen.

Doch nicht nur für diese Schüler hatte sich die Teilnahme an dem Wettbewerb gelohnt. Auch die Lehrerinnen zogen aus dieser Erfahrung eine positive Bilanz. Und für sie steht bereits fest: Eine Teilnahme am DAK-Wettbewerb kann man im nächsten Jahr auf jeden Fall noch einmal wiederholen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung