02.08.2014

Talstraße Schriesheim: Nachtarbeiten und Sperrungen unvermeidlich

Das Ingenieurbüro Dr. Spang stellte drei Phasen der Hangsicherung vor. Zu den Zeitplänen und dem Bauablauf gab es nur ungenaue Angaben.

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Fest steht: Wenn die Böschungen und Hänge an der Talstraße gegen Steinschlag und Rutschungen gesichert werden, dann wird das mit Belastungen für die Anwohner verbunden sein. Nachtarbeit wird es geben sowie Teil- und stundenweise Vollsperrungen. Fest steht auch, dass es am 22. August losgeht. Die Vollsperrung wegen der Straßenbauarbeiten am Ostportal des Branichtunnels soll genutzt werden, um die Böschung unterhalb des Griethwegs mit einer Übernetzung aus Stahldrahtgeflecht zu festigen.

Wer aber bei der gestrigen Infoveranstaltung zu Steinschlagschutz und Hangsicherung im Rathaus konkrete Auskunft darauf erwartet hatte, zu welchen Uhrzeiten genau tagsüber gearbeitet wird, wann genau in den Nachtstunden und in welchen Zeiträumen die Talstraße zu oder teilweise zu sein wird, der bekam keine Antworten.

Abgesehen vom 22. August wurden auch keine festen Termine genannt, wann die drei Bauabschnitte beginnen und enden sollen. Es blieb bei Zeiträumen. Umso konkreter und anschaulicher war das Referat der Bauingenieure Kathrin Brauer und Bernd Göhner von der Ingenieurgesellschaft für Bauwesen, Geologie und Umwelttechnik Dr. Spang in Bezug auf die Art des Steinschlagschutzes und der Hangsicherung im "Abschnitt West" zwischen Bergwerk und Talstraße 191, dem "Abschnitt Ost" zwischen Talstraße 201 und Fluchtstollenausgang des Branichtunnels sowie auf Höhe der Seitzmühle unterhalb des Griethwegs.

In den Abschnitten "West" und "Ost" werden Steinschlagschutzzäune aus Stahlgeflecht verbaut, dazu kommen Einzelsicherungen von Felsblöcken an der Talstraße 173, 183, 187 und 189. Teilweise wird Geröll auch aus den Hängen geräumt. Auch andere Arten von Schutzzäunen wird es geben. Netzvorhang oder Einfallschürze heißen diese im Fachjargon. Das Ziel aller Maßnahmen ist das gleiche: Rutschungen und Steinschlag wie im vergangenen Jahr sollen sich nicht wiederholen.

Seinerzeit war sofort die Kufsteiner Fachfirma HTB zur Stelle. Sie wird für knapp 350.000 Euro auch die anstehenden Arbeiten ausführen, weil sie die Gegebenheiten vor Ort kennt. Welche Art des Schutzes an welcher Stelle in Frage kommt, hat das Büro Dr. Spang im Mai durch eine "geotechnische Geländeaufnahme zur Abschätzung der Risiken" ermittelt. Nun geht es an die Ausführung.

Im "Abschnitt West" soll nach Aussage der Ingenieure im September und Oktober gearbeitet werden. Aus der von Bürgermeister Hansjörg Höfer kürzlich im Gemeinderat geäußerten Hoffnung, dass bis Weihnachten "alles fertig" sein soll, wird nichts. Göhner kündigte an, dass "Abschnitt Ost" erst 2015 gesichert wird, und das auch eher später als früher, weil zum Beispiel auf brütende Vögel Rücksicht genommen werden müsse.

Rücksicht auf die Anwohner nimmt man insofern, als dass es nachts keine Felsbohrungen geben soll, wohl aber Materialtransporte - etwa, um Gestein abzufahren. Höfer hatte im Gemeinderat gesagt, dass unter Nachtarbeiten ein Zeitraum bis 1 oder 2 Uhr morgens zu verstehen sei. Göhner wollte sich da gestern auf Nachfrage nicht festlegen. Tagsüber, so der Stuttgarter Niederlassungsleiter der Ingenieurgesellschaft Dr. Spang, werde gearbeitet, "solange es die Lichtverhältnisse zulassen".

Da die Böschungen hinter den Anwesen an der Talstraße liegen, muss hier auch mit Kränen gearbeitet werden, die die volle Fahrbahnbreite einnehmen. Da lassen sich nötige Sperrungen nur schwer langfristig voraussagen: "Wir werden sehen, was uns erwartet", so Höfer gestern. Stadtbaumeisterin Astrid Fath versprach diesbezüglich eine dichte und schnelle Kommunikation, damit sich Anlieger und alle, die die Talstraße oft befahren müssen, möglichst frühzeitig auf die Verkehrsbehinderungen einstellen können.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung