03.02.2004

"So stark wie meine Mannschaft"

Rathaus-Mitarbeiter bereiteten Bürgermeister Riehl einen Empfang zum 30-jährigen Amtsjubiläum

Schrieseim. (ron) So original bedankt sich Bürgermeister Peter Riehl nach 30 Jahren bei seinen Mitarbeitern im Rathaus: "Jeder Chef ist nur so stark wie seine Mannschaft, und wenn es danach geht, dann bin ich saustark."

Die Beamten, Angestellten und Arbeiter bereiteten ihrem Behördenleiter gestern im Großen Sitzungsaal einen herzlichen Empfang zum Amtsjubiläum. Vor allem Personalratsvorsitzende und Chefsekretärin Margit Höhr gratulierte dem Jubilaren im Namen der Mitarbeiter besonders herzlich.

Die Geschenke-Tafel war so richtig nach Riehls Geschmack: Eine Doppel-Stange Kent-Zigaretten und zwei Liter-Behälter bunter Gummibärchen. Das Personal hatte aus dem Empfang einen bunten Vormittag, mit Sekt, Brezeln und netten Worten gemacht. Peter und Ludwig Jäck stießen ins Horn und bei "Freund ich bin vun Schriese" sang der stolze Rathauschef natürlich mit. Im Büro stand das Telefon nicht still. Manche Fanfarenzugbläser ließen es sich nicht nehmen, ihrem größten Schriesheimer Fan ein persönliches Ständchen durchs Telefon zu spielen.

Ganz anders verlief der Morgen des Jubeltages. Gemeinsam mit seiner Frau Evelyn übergab Riehl im persönlichen Rahmen einen besonderen Gedenkstein an seine Stadt und an einen Kreis von Menschen, die in ihrer Trauer oft alleine sind. "Für unsere Sternenkinder, die nicht leben konnten", so lautet die Inschrift auf einem mit buntem Glas verzierten Granitstein. Wenn das Sonnenlicht zweimal am Tag durch das Glas fällt, beleuchtet es die Kindergräber, denen sich die Stadt seit einigen Jahren mit besonderer Obhut widmet. Steinmetz Herbert Wink hat den Stein gemeinsam mit Wilhelm Gassert entworfen und bearbeitet. Riehl verwendet seine Jubiläumsspenden, um den Gedenkstein zu bezahlen.

"Es gibt viele Frauen auf der Welt, die Kinder gebären, die nicht leben können", erklärte Riehl, "auch wir hatten dieses Schicksal in unserer Familie". Für diese Frauen und ihre Familien sei der Gedenkstein gadacht, "damit sie vielleicht ein kleines bisschen Trost finden und ein bischen leichter leben können."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung