09.02.2018

Schriesheim: September 2019 soll der Kindergarten stehen

Erster Spatenstich für Vier-Millionen-Euro-Neubau – Die Kinder beobachten die Baustelle gespannt

Von Marco Partner

Schriesheim. Die Kinder beäugen sich durch den offenen Zaun hindurch: Hüben die Kleinen des Kiga Kunterbunt, drüben die Sprösslinge der "Kinderschachtel". Fast wie in alten Zeiten. Doch seit Oktober sind die beiden Gruppen der pädagogischen Einrichtungen keine Nachbarn mehr. Zumindest vorübergehend. Seit vergangenem Herbst sind die Kinder der "Kinderschachtel" nicht mehr in der Kurpfalzstraße, sondern ein paar Hundert Meter weiter in Containern hinter der Turnhalle untergebracht - und ihr einstiger Kindergarten eine 1380 Quadratmeter große Baustelle.

Große Baggerschaufeln bohren sich tief in die Erde hinein. Ein Laster streckt seine Ladefläche gen Himmel, Arbeiter in reflektierenden Westen laufen auf und ab. Wo einst eine Spielstätte für Kinder mit Gruppenräumen war, sind nur aufgewühlte Erdhügel, dicke Reifenspuren und Absperrgitter zu sehen. Gestern greift kurz nach 13 Uhr auch Bürgermeister Hansjörg Höfer zu Helm und Schaufel. Denn mit dem nahenden Frühling geht auch das Projekt "Neubau Evangelischer Kindergarten" nach dem Abriss in die Rohbauphase.

"Es wird ein tolles Gebäude sein. Kindgerecht und auf die neuen Bedürfnisse der Kindergärten ausgerichtet", betont Höfer beim offiziellen Spatenstich. Neben einem Turnraum soll der bewegungsfreundliche Kindergarten auch in puncto Ganztagsbetreuung auf moderne Beine gestellt werden. "Vorher gab es das nicht", sagt das Stadtoberhaupt mit Verweis auf die vorherige Container-Dauerlösung, die auch Höfers Sohn besuchte. Wie zuvor soll die neue Einrichtung 100 Kinder beherbergen.

Schätzungsweise vier Millionen Euro werden nach aktueller Kostenprognose insgesamt in den Neubau investiert. Bei einem Realisierungswettbewerb belegte das Karlsruher Architekturbüro Klinkott eigentlich den zweiten Platz, bekam dann aber den Auftrag. Gemeinsam mit dem Mannheimer Bauunternehmen Streib werden die Arbeiten durchgeführt. "Wir liegen gut im Zeitfenster", sagt Architekt Christoph Klinkott, der mit einer Fertigstellung im Sommer 2019 rechnet. Im Spätsommer 2018 soll der Rohbau stehen, im Frühjahr 2019 die Innenräume gestaltet werden.

"Es gibt hier einen schwierigen Baugrund", verweist Klinkott auf den notwendigen Bodenaustausch. Das Gebäude selbst ist als Hybridbauweise geplant: Es besteht nicht nur aus Stahlbeton, sondern die Wände werden mit einer Massivholzkonstruktion versehen.

Mit großen Augen bestaunen auch die Kiga-Kinder das Auf- und Abfahren der Bagger und Laster. "Auch wenn sie vorher nicht wussten, was genau ein Spatenstich ist, waren sie heute besonders aufgeregt", verrät Erzieherin Steffi Gadzali. An die neuen Räume im "Zwischenquartier Conradstraße" habe man sich schon gewöhnt. Für die Kinder sei der Abriss und Aufbau "ihres" Kindergartens aber besonders spannend. Immer wieder statte man der Baustelle einen Besuch ab, beobachte und dokumentiere jede Entwicklung. So auch im Herbst, als das alte Gebäude dem Erdboden gleich gemacht wurde.

"Sie haben teilweise geschrien, aber anschließend auch gelacht, als die Greifbagger die Wände herausgerissen haben", so die Erzieherin. Umso größer ist die Freude, dass der neue Kindergarten nun Form annimmt - jeden Tag ein bisschen mehr. Bis zum Einzug im kommenden Spätsommer. Der Abriss erfolgte von November 2017 bis Januar. Der Bau der Einrichtung soll im August 2019 abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für September 2019 geplant.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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