10.02.2018

Wechsel im Schriesheimer Ordnungsamt: Das Ende der Laufbahn anders vorgestellt

Wechsel im Schriesheimer Ordnungsamt: Das Ende der Laufbahn anders vorgestelltWilly Philipp verlässt Amt aus gesundheitlichen Gründen nach 25 Jahren - Dominik Morast und Isabel Herschel übernehmen

Eine neue Generation: Dominik Morast (32 Jahre, M.) ist jetzt Ordnungsamtsleiter unter Bürgermeister Hansjörg Höfer. Isabel Herschel (25) wird seine Stellvertreterin. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Der Abschied falle ihm schwer, gibt Willy Philipp zu. Fast ein Vierteljahrhundert hat er das im Jahr 1993 neu eingerichtete Ordnungsamt der Stadt geleitet und mit aufgebaut, am 1. Februar wurde er von seinem bisherigen Stellvertreter Dominik Morast abgelöst. "Ich habe mir das Ende meiner Laufbahn hier schon anders vorgestellt", sagt der 59-Jährige. Eigentlich sollte er auch nach Willen von Bürgermeister Hansjörg Höfer Amtsleiter bis zum Ruhestand bleiben. Doch gesundheitliche Beschwerden ließen das nicht zu.

Philipp wechselt jetzt bei gleichen Bezügen in Höfers Stabsstelle, dort wird er für die Feuerwehr, das Bestattungswesen und Statistik zuständig sein. "Im Ordnungsamt muss es eine gewisse Kontinuität geben", sagt Philipp, "und die kann ich nicht mehr gewährleisten." Schon in den vergangenen Monaten hatte sein Stellvertreter viele Aufgaben übernommen, zum Beispiel die nicht ganz unproblematische Jagdpachtvergabe und die Bundestagswahl im September.

Die Personal-Rochade im Rathaus ist Teil eines Generationenwechsels in den Amtsleitungen: Morast ist 32 Jahre alt, sein Kollege Markus Schäfer aus dem Bauamt, seit einem knappen Jahr im Amt, nur fünf Jahre älter. 2019 wird die Stadt laut Höfer auch einen Nachfolger für Hauptamtsleiter Edwin Schmitt finden müssen: Er verabschiedet sich zum Februar kommenden Jahres in den Ruhestand. "Das ist eine positive Veränderung, die da kommt", sagt Höfer, "ich freue mich darauf."

Das gilt auch für Morasts neue Stellvertreterin: Integrationsbeauftragte Isabel Herschel ist mit 25 Jahren noch einmal deutlich jünger als ihr neuer Chef. Beide wurden am 31. Januar unter Ausschluss der Öffentlichkeit einstimmig vom Gemeinderat gewählt, Herschel tritt ihre neue Position zum 1. März an. "Ich schätze ihre Fachkenntnis", sagt Höfer, "und sie passt als Persönlichkeit gut in dieses Haus." Ihre Aufgabe als Integrationsbeauftragte wird sie weiterhin wahrnehmen, allerdings nur noch während der Hälfte ihrer Arbeitszeit.

"Es ist gut, dass ich das weiterbetreiben kann - wenn auch nicht mehr so intensiv", sagt Herschel. In den knapp zwei Jahren bei der Stadtverwaltung hat sie geholfen, die Koordinierung der Hilfe für Flüchtlinge in geordnete Bahnen zu lenken. Mit Integrationsmanagerin Barbara Gutruf hat nun eine Sozialarbeiterin die Einzelbetreuung von Geflüchteten übernommen, für Herschel eine große Entlastung: "Sie macht einen sehr guten Job."

Im Ordnungsamt wird Herschel jetzt unter anderem für Gaststätten, das Verkehrswesen und Ordnungswidrigkeiten oder "Owis", wie Morast sie nennt, zuständig sein. Innerhalb des Amtes werde es weitere Verschiebungen bei den Tätigkeiten der Mitarbeiter geben, kündigt der neue Leiter an.

Das liegt auch daran, dass Willy Philipp in seiner neuen Position zum Beispiel im Vorfeld der Kommunalwahl im Frühjahr 2019 einige Aufgaben übernehmen wird. In ein anderes Büro umziehen wird der ehemalige Amtsleiter trotzdem, reinreden will er seinem Nachfolger auch nicht.

Morast freut sich unterdessen über die neue Aufgabe, sein ehemaliger Chef gibt ihm die besten Wünsche mit auf den Weg: "Ich hoffe, dass es bei ihm ruhiger läuft." Ordnungsamtsleiter, das sei manchmal ein stressiger Job: "Das geht schon an die Nerven." Da brauche man manchmal auch Glück, um schnell die richtige Entscheidung treffen zu können. "Aber er hatte ja einen guten Lehrmeister", sagt Philipp und lacht.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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