16.02.2018

So soll der Mathaisemarkt sicherer werden

Straßensperrung mit Betonpollern - Videoüberwachung an Haltestellen - Erhöhte Polizeipräsenz

Von Marco Partner

Schriesheim. Das Fest ist schon lange Routine. Polizei, Ordnungsamt und Co. wissen aber, dass blindes Vertrauen in verlässliche Muster unter Umständen zur Gefahr werden kann. Deshalb wird der Mathaisemarkt auch in diesem Jahr nicht nur mit bewährten, sondern auch mit neuen Sicherheitsvorkehrungen versehen. Neben den Betonpollern zur Absperrung der Verkehrswege zum Festplatz und einer erhöhten Präsenz wird diesmal auch bei Kommunikation und Technik an den Stellschrauben gedreht.

Für den Weinheimer Polizeirevierleiter Holger Behrendt ist es das Zusammenspiel aller Beteiligten, wie Ordnungsamt, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK), Veranstaltern und dem öffentlichen Nahverkehr, das im Vorfeld des großen Volksfests in den Vordergrund gerückt ist. "Wir haben uns einmal richtig zusammengesetzt und alles evaluiert", betont Behrendt. Mögliche Risiken wurden durchgespielt, Absprachen getroffen und der bisher stets per Hand gezeichnete Stadtplan mit allen Parkverbots-Schildern, Absperrungen und Umleitungen erstmals in digitaler Form erarbeitet. Die einzelnen Sicherheitsorgane sollen sich während der Festtage austauschen und in ständigem Kontakt stehen.

Beim öffentlichen Nahverkehr zeigt die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) selbst Initiative. Neben Sicherheitskräften an den Haltestellen werden die Stationen sowie Busse und Bahnen temporär mit Videokameras überwacht. Zwischen Sicherheit und Handlungsspielraum musste das Ordnungsamt beim Aufstellen der Betonpoller abwägen. Aus diesem Grund werden die an der Talstraße und Bismarckstraße platzierten, 700 Kilo schweren Barrieren die Durchfahrt kleiner Fahrzeuge ermöglichen. "Ein Rettungswagen muss im Notfall an der Sperre vorbeifahren können, um Erste Hilfe zu leisten. Auch ein schneller Abtransport muss gewährleistet sein", erklärt Ordnungsamtschef Dominik Morast. Für die Dauer der Umzüge an den beiden Sonntagen sollen die Sperren jedoch für kurze Zeit "deaktiviert", sprich mit einem Kran versetzt werden.

Im vergangenen Jahr wurden die Betonpoller zum ersten Mal aufgestellt. Beschwerden habe es diesbezüglich keine gegeben. "Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin war damals noch nicht lange her. Das Verständnis für diese Maßnahme hat überwogen", so Morast. Auch Oliver Scherer erinnert sich, dass es zwar Kopfschütteln gab. "Aber nur darüber, dass wir überhaupt so etwas brauchen. Nicht, dass es sie gibt", so der Gesamt- und Abteilungskommandant der Feuerwehr. Die Brandschützer werden diesmal an der Leutershäuser Straße ihr Fest-Quartier beziehen. Insgesamt 170 Einsatzkräfte stehen in Bereitschaft. Das DRK wird sein Erste-Hilfe-Zelt bei der Feuerwehr aufschlagen, und mit einem mobilen Trupp von 30 Rettungskräften vor Ort sein.

Die Polizei kann sich auf die tatkräftige Unterstützung des Mannheimer Präsidiums verlassen. Nur in Notfällen sollen auch in diesem Jahr wieder Platzverweise ausgesprochen werden. "Sie sind ein probates Mittel, kommen aber nur selten vor", sagt Behrendt. Das sogenannte Rucksacktrinken, das illegale Einschmuggeln von alkoholischen Getränken, sei in den letzten Jahren erfreulicherweise stark zurückgegangen. Im Erste-Hilfe-Zelt würden dennoch immer einige Jugendlichen landen, die es mit dem Feiern übertreiben. "Ein paar Kandidaten gibt es immer", sagt DRK-Bereitschaftsleiterin Stefanie Zöllner.

Der Einsatz von Pferden, wie im Jubiläumsjahr 2014, sei beim Umzug nicht geplant. Ein Vorfall wie beim Rosenmontagszug in Köln, als Pferde durchgingen und Menschen verletzt wurden, kann für den Mathaisemarkt also ausgeschlossen werden. "Eine hundertprozentige Sicherheit kann man nie garantieren. Wir geben aber unser Bestes", versichert Morast.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung