22.02.2018

Kostenloses Angebot: Schriesheim wetteifert um die meisten Kesselchecker

Projekt "c.HANGE" soll für Heizungen mit erneubaren Energien werben - 500 Euro Zuschuss für älteste Anlage, die ausgetauscht wird

Von Stefan Zeeh

Schriesheim. Ab sofort wetteifern Schriesheim und der Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen für das nächste halbe Jahr darum, wessen Einwohner die meisten Beratungen zum möglichen Austausch der Heizungskessel in Anspruch nimmt. Das Besondere daran ist: Diese Heizungschecks sind für die Haus- oder Wohnungseigentümer kostenlos.

Denn Schriesheim und Ziegelhausen nehmen an dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Forschungsprojekt "c.HANGE" teil. Das Ziel dabei: Mehr Heizungskessel einbauen, die auf erneuerbare Energien zurückgreifen. "Gleichzeitig soll damit auch das Handwerk unterstützt werden", erläuterte Hans Hertle vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) Heidelberg, das das Forschungsprojekt koordiniert, bei einem Pressegespräch im Schriesheimer Rathaus. Deshalb nehmen gleich sieben Handwerksbetriebe der Sparten Sanitär, Heizung und Klima aus Schriesheim an dem Projekt teil und bieten "Kesselchecks" an.

Bei den ab April stattfindenden Beratungen zur Erneuerung der Heizungskessel wird nicht nur auf den Zustand der eingebauten Anlagen geachtet. Wichtig sind ebenso das Alter des Gebäudes und dessen Sanierungszustand, wie Hertle ausführte. Für die Beratung benötigt der Handwerker daher die entsprechenden Daten sowie Angaben über beheizte Wohnfläche und den Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre.

Der Hausbesitzer bekommt dafür einen Kurzbericht, in dem nicht nur diese Fakten aufgeführt sind, sondern auch der vom Fachmann festgestellte Ist-Zustand der Heizungsanlage. Zudem wird festgehalten, welche Heizungsart zukünftig für das Haus oder die Wohnung in Frage kommen. Es muss aber nicht immer gleich ein Austausch der Heizungskessel empfohlen werden. Auch andere Verbesserungsmöglichkeiten werden in dem Kurzbericht genannt, etwa die nachträgliche Dämmung von Rohrleitungen.

Ebenso gibt es Hinweise, wie die Anforderungen des baden-württembergischen Erneuerbaren Wärmegesetzes erfüllt werden können. Bei bereits gut gedämmten Häusern ist das etwa durch eine zusätzliche Solarthermie oder eine Fotovoltaik-Anlage möglich.

"Wir wollen die Zahl der Beratungen steigern", ging Klaus Keßler von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (KliBA) Heidelberg auf die Hintergründe des Forschungsprojekts ein. Gerade in den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass die Zahl neu eingebauter Heizungskessel mit erneuerbaren Energien auf einem Tiefstand angekommen ist. Mit dem kostenlosen Beratungsangebot hofft man, das zu ändern. Als zusätzliche Motivation gibt es für den ältesten Heizungskessel, der bei einer derartigen Beratung vorgefunden wird und für den der Auftrag zum Austausch erteilt wird, einen Zuschuss von 500 Euro.

Anmeldungen für den Heizungscheck sind ab sofort möglich, wie Schriesheims Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger bekannt gab. Für die Anmeldung zu einem Heizungscheck genügt es, eine E-Mail an heizung@ifeu.de zu senden oder eine der im Schriesheimer Rathaus ausliegenden Postkarten zur Kesselcheck-Challenge bis zum 30. Juni an die Stadtverwaltung zu schicken.

Die Liste der teilnehmenden Betriebe in Schriesheim und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.change-handwerk.de. Sollte der vom Hausbesitzer sonst favorisierte Handwerker nicht an dem Projekt teilnehmen, wird die KliBA einen Experten zur Verfügung stellen. "Es geht bei dem Projekt nicht darum Kunden abzuwerben", sagte in diesem Zusammenhang Bürgermeister Hansjörg Höfer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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