26.02.2018

Schriesheimer Weinhoheiten: Sophie Koch wechselt von der Rolle der Prinzessin zur Königsanwärterin

Schriesheimer Weinhoheiten: Sophie Koch wechselt von der Rolle der Prinzessin zur KönigsanwärterinVorstellung der Weinhoheiten - Bilder für den Zehntkeller?

Einen stimmungsvollen Abend genossen Bürgermeister Hansjörg Höfer, die künftige Weinkönigin Sophie Koch, ihre Prinzessin Ivanka Crößmann, die scheidende Weinkönigin Lisa Menges, die künftige Prinzessin Sofia Hartmann und die baldige Ex-Prinzessin Annalena Spieß. Da strahlte auch WG-Vorsitzender Friedrich Ewald (von links). Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Es war der Auftakt zu einem bitterkalten Wochenende. So kalt, dass Bürgermeister Hansjörg Höfer im Zehntkeller gar am Mikrofon darüber sinnierte, ob man nicht doch Schnaps hätte auf die Biertische stellen sollen. Doch an diesem Freitagabend wurden der Schriesheimer Wein und seine Hoheiten gefeiert: Im Mittelpunkt stand Sophie Koch, scheidende Prinzessin an der Seite von Königin Lisa Menges und Annalena Spieß und künftig oberste Botschafterin der Winzer.

Nicht nur Kleidungswechsel waren deshalb angesagt: Als Prinzessin trug Koch Dirndl, als künftige Königin Bluse. Auch emotional war es für die 19-Jährige ein Abend der Gegensätze: Abschied von einem Jahr an der Seite zweier guter Freundinnen und Vorfreude auf eine weitere Amtszeit an der Seite zweier junger Frauen, mit denen sie sich nach eigener Aussage jetzt schon hervorragend verstehe.

Doch zunächst wurden die Besucher mit einer Rotwein-Cuvée auf Betriebstemperatur gebracht. Und nachdem Bürgermeister Höfer für den Mathaisemarkt als "unser Volksfest" geworben und den ehrenamtlichen Helfern in der Vorbereitung gedankt hatte, lief Winzer Wilhelm Müller bei der Vorstellung seines Schwarzrieslings zu Hochform auf: "Der Wein ist nicht so schwer wie der vorige, aber ich selbst gleiche das aus", sagte er und schob nach: "Da brauchen Sie gar nicht so zu lachen."

Für die scheidenden Weinhoheiten hatte Müller lobende Worte übrig: "Es gehört viel Überwindung und Mut dazu, vor Hunderten Leuten auf der Bühne zu stehen." Königin Lisa attestierte er auch die Eignung zu einer Fortsetzung ihrer royalen Laufbahn: "Wir hatten lange keine Badische Weinhoheit mehr aus Schriesheim, du hättest das Format dazu."

Auch die Gestaltung des Zehntkellers, im Gegensatz zum Vorjahr nun mit mangelfreier zweiter Fluchttreppe, sprach er an. "Viele sagen, der Keller ist nicht mehr das, was er mal war. Das stimmt. Aber auch die Zeiten haben sich geändert." Dennoch schlug der Winzer und Gastronom eine Verbesserung vor: Bilder der Weinstadt, wie etwa in der frisch renovierten Volksbank-Filiale, könnten dem Keller mehr Wärme verleihen. "Ich glaube, dadurch könnte der Raum viel gewinnen."

Ein Vorschlag, den Friedrich Ewald, lange Jahre Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kurpfalz und jetzt in diesem Amt nur noch bei der Winzergenossenschaft tätig, gern aufgriff. "Um es der Gemeinde noch leichter zu machen: Vielleicht finden sich ja Sponsoren für diese Bilder", so Ewald. "Was könnte es für eine Firma Besseres geben?" Höfer hörte sich die Vorschläge an und gab seinerseits bekannt, dass die gute Stube der Stadt nun an den Mathaisemarkt-Samstagen wieder bis zu 400 Besucher aufnehmen darf: "Letztes Jahr waren es 250."

Doch im Gegensatz zum Vorjahr sollte dem Zehntkeller dieses Mal nicht die meiste Aufmerksamkeit gelten: Um 20.32 Uhr betraten die designierten Hoheiten Sophie Koch (inzwischen in Bluse), Sofia Hartmann und Ivanka Crößmann nach einer Fanfare der Jagdhornbläser winkend, lächelnd und unter stehenden Ovationen den großen Keller. "Endlich ist der Tag gekommen", sagte Sophie in ihrer Begrüßungsrede. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Die Vorfreude auf die kommende Amtszeit machte den Abschied von Königin Lisa und Prinzessin Annalena nicht leichter: Mehrmals flossen bei den Dreien Tränen. Doch das tat der Stimmung im Zehntkeller keinen Abbruch. Sophie, Sofia und Ivanka bekamen wie ihre Vorgängerinnen Ketten mit Weinstein-Anhängern aus dem Schmuckhaus Dechant überreicht, dieses Mal allerdings in Tropfenform und von Diana Dechant, deren Mann aus gesundheitlichen Gründen verhindert war. Georg Bielig freute sich, als freier Winzer und Patenonkel von Sofia Hartmann auch mal Teil der erweiterten hoheitlichen Familie zu werden, und Friedrich Ewald lobte die designierten Hoheiten als drei echte Freundinnen mit einer guten Nähe und großem Interesse an Weinbau: "Wir wünschen Euch viel Erfolg und noch mehr Spaß." Das Schlusswort vor dem Anschnitt des Kuchenbuffets hatte Winzer Johannes Teutsch: "Wenn jeder seinen Teil zu einem solchen Abend beiträgt, kommt doch etwas Tolles dabei heraus."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung