27.02.2018

Altenbach: Kein Radweg entlang der Landstraße zwischen Schriesheim und Altenbach

Ohne Straßenausbau, sei der Radweg unwahrscheinlich - Alternativ-Route durch den Wald jedoch denkbar

Von Nicoline Pilz

Schriesheim-Altenbach. Ein Radweg von Altenbach nach Schriesheim entlang der Landstraße bleibt zunächst ein Traum vieler Bürger im Stadtteil. In der zweiten Infoveranstaltung zum Thema machte Bürgermeister Hansjörg Höfer noch einmal deutlich: "Solange die Straße vom Land nicht ausgebaut wird, ist es unwahrscheinlich, dass man für einen Radweg Gelder bekommt."

Das hohe Interesse an diesem Abend spiegele aber auch wider, wie wichtig ein Fahrradweg sei. Dankenswerterweise sei Professor Berthold Epp der Frage nachgegangen, wie man trotzdem eine Verbindung schaffen könnte, die nicht auf der Landstraße verlaufe und dennoch weitgehend übers Jahr nutzbar sei. In seinem launig kommentierten Vortrag, der inhaltlich, so Höfer lobend, "nahezu Ingenieursqualitäten" habe, schilderte Epp drei verschiedene Routen, von denen zwei jedoch großen baulichen Aufwand mit Querungen und einer Brücke mit sich bringen würden als die dritte Variante.

Mit der Zielsetzung "kostengünstig und kurzfristig", machten sich Epp und seine Frau Suzanne, die vor Kurzem bereits im Namen des Turnvereins Altenbach eine Unterschriftenliste pro Radweg an Bürgermeister Höfer übergeben hatten, an komplizierte Vermessungsarbeiten und Erkundungsfahrten.

Letztlich präsentierte Epp eine Variante, die einen Lückenschluss zwischen zwei fahrradtauglichen Feld- und Forstwegen am und im Wald darstellen würde: Dabei müsste der vorhandene Trampelpfad auf einer Länge von 690 Metern zwei Meter verbreitert und so geschottert werden, dass er wiederum fürs Radfahren geeignet wäre. "Man müsste ein paar Bäume fällen, Split aufbringen und festrütteln", sagte Epp optimistisch. Danach könne man beim "RadNetz-Programm" des Landes einen Radweg am Rückhaltebecken vorbei beantragen. Stadtrat Christian Wolf (Grüne) unterstrich noch einmal, dass man hier von sehr langen Wartezeiten von mindestens zehn Jahren ausgehen könne.

"Es dauert zu lang, es ist zu teuer und es ist eigentlich auch kein Material da", erklärte Epp auf Anfrage, weshalb man keinen Radweg entlang der Landstraße baue. Hier ist stellenweise der Berg im Weg. Aber auch bei der Herstellung des Trampelpfads zur "Radroute", wie Epp es nennt, sei viel zu tun, so Höfer. Er warnte vor zu hohen Erwartungen.

Knackpunkte sind hier nicht nur zwei Grundstückseigentümer, deren Einverständnis man brauche, sondern auch die forstrechtliche Genehmigung. Falls sich hier noch die Naturschutzbehörde einklinke, könne es länger als ein Jahr dauern, bis eine solche Genehmigung da wäre, meinte Wolf. So sie denn überhaupt kommt.

"Wir reden mit den Eigentümern. Wenn die Ja sagen, gehen wir auf den Forst zu", sagte Höfer. Haushaltsmittel zur Umgestaltung des Trampelpfades habe man nicht eingestellt: "Ich hätte gar nicht gewusst, wie viel", sagte der Bürgermeister. Es gab geteilte Meinungen zu Epps vorgeschlagener Lösung. "Das ist eher ein Radwanderweg und nicht alltagstauglich. Schon gar nicht, wenn es geregnet hat", meinte ein Bürger. "Es ist kein typischer Radweg, wie man ihn kennt. Aber von Ende April bis Ende Oktober wäre er, denke ich mal, nutzbar", sagte der Bürgermeister.

"Das ist sicher kein Schulweg. Trotzdem wäre er für einen Teil der Bevölkerung nutzbar", fand Wolf. Als langfristiges Ziel müsse man den Radweg entlang der Landstraße aber weiterverfolgen. An Höfer gewandt, sagte Epp: "Wir Altenbacher würden uns wünschen, ab und an vom Fortgang unterrichtet zu werden."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung