14.06.2018

Branichtunnel Schriesheim: Der Tunnel wird bis Freitagmorgen sauber gemacht

Bei den Wartungsarbeiten werden auch die Sicherheitssysteme kontrolliert

Von Anna Manceron

Schriesheim. Wegen Wartungsarbeiten ist der Branichtunnel noch bis einschließlich Freitagnacht voll gesperrt - jeweils von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Der Verkehr wird in dieser Zeit über die Talstraße umgeleitet.

"Bei solchen Wartungsarbeiten sperren wir nachts den Tunnel, weil es einfach sicherer ist - für die Arbeiter und für die Verkehrsteilnehmer", erklärt Benjamin May vom Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises. Als Tunnelwärter ist er dafür zuständig, dass alle drei Tunnel im Kreis die europäischen Sicherheitsstandards einhalten. Die regelmäßigen Wartungs- und Reparaturarbeiten sind dafür unerlässlich. "Ohne Wartung ist der Tunnel nicht sicher", sagt Benjamin May.

Rund 8000 Fahrzeuge fahren im Schnitt werktags durch den Branichtunnel. Am Wochenende sind es weniger. Kleinere Wartungsarbeiten wie in dieser Woche führt das Straßenbauamt alle drei Monate durch. Größere Überprüfungen und Reparaturen hingegen stehen zweimal im Jahr an, das nächste Mal vom 24. bis zum 28. September. Dann wird der Tunnel wieder für vier Tage nachts komplett gesperrt.

Zunächst muss der Tunnel gereinigt werden. Eine große Kehrmaschine befreit die Fahrbahn von Dreck und Staub, die sich in den Poren des Asphalts festgesetzt haben. Ebenfalls gereinigt wird das Abwassersystem im Tunnel. Die Reinigungskräfte spülen die Schlitzrinnen aus, in denen das Wasser abläuft, das die Fahrzeuge bei Regen mit den Tunnel bringen. Auch auf den Verkehrsschildern hat sich eine dunkle Schicht aus Ruß, Staub und Dreck gebildet, die weg muss. "Damit die Schilder und Warnhinweise auch in der Dunkelheit oder bei Rauch erkennbar sind", erklärt Tunnelwärter Benjamin May. Mit dem Hochdruckreiniger spritzen die Männer die Schilder ab. Gleiches gilt für die Notausgänge und die Schilder, die Fluchtwege anzeigen.

Die Tunnelwand und die Tunneldecke werden eigentlich erst bei der nächsten größeren Wartung im September sauber gemacht. Heute spritzen die Mitarbeiter der Wartungsfirma allerdings auch kleinere Wandflächen ab, weil es Probleme mit der Farbbeschichtung gibt. Die Tunnelwände sind mit einer speziellen Beschichtung ausgekleidet, die in der Dunkelheit Licht reflektiert. Normalerweise leuchten die Wände weiß. An einigen Stellen sind jedoch deutlich gelbe Flecken zu erkennen. "Das ist ganz klar ein Problem und muss dringend überprüft werden", erklärt Benjamin May.

Am heutigen Donnerstag kommt eine Firma, die sich die Flecken genauer ansehen will. "Wenn dadurch die Reflektorkraft der Wände eingeschränkt wird, ist das natürlich ein Sicherheitsrisiko, dass wir beheben müssen", sagt May.

"Ganz wichtig ist auch, dass alle Notruftelefone funktionieren", sagt Tunnelwärter Benjamin May. Er betritt eine Rettungskabine und drückt die Notruftaste. Ein, zwei Sekunden dauert es, dann hebt die ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle in Ladenburg ab. Benjamin May lehnt sich nach vorne. "Ist nur ein Test, ob die Leitung funktioniert. Können Sie mich hören?", ruft er ins Mikrofon. Alles in Ordnung, heißt es am anderen Ende der Leitung. Die direkte Funkverbindung zu den Rettungskräften ist intakt.

Später klettert Benjamin May noch in die Zwischendecke - ein knapp zwei Meter hoher Raum über der Fahrbahn. Hier befinden sich die Lüftungsschächte, die im Brandfall gefährliche Abgase nach oben hin absaugen. Der Tunnelwärter vergewissert sich kurz, ob der Mechanismus funktioniert, dann geht es weiter. Der eigentliche große Test der Belüftungsanlage ist dann im September.

Überprüft wird diesmal auch der Kontrollraum im Betriebsgebäude am Westportal. Hier laufen alle Informationen zusammen, die rund um die Uhr von Videokameras, Bewegungsmeldern und Temperaturfühlern aufgezeichnet werden. Kommt ein Fahrzeug von der Fahrbahn ab oder gerät in Brand, lösen diese Messgeräte automatisch einen Alarm aus. "Der Tunnel überwacht sich weitgehend selbst", so Tunnelwärter Benjamin May. "Unsere Aufgabe ist es, regelmäßig zu überprüfen, dass dieses System auch einwandfrei funktioniert."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung