07.07.2018

Bis zum Sommerfest soll alles fertig sein

Bis zum Sommerfest soll alles fertig seinSchüler des Kurpfalz-Gymnasiums Schriesheim legen letzte Hand bei Spiel- und "Chill"-Ecke im Schulhof an

Ob Robinienholz, Zement oder Pflastersteine: Die Neunt- und Zehntklässler arbeiten mit vielen Materialien. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Ob das Kurpfalz-Gymnasium (KGS) nun wirklich saniert wird, ist zwar immer noch nicht endgültig beschlossen. Die Klassen 9c und 10c des KGS nehmen unabhängig davon aber erneut die Verschönerung ihres Pausenhofs in Angriff. 42 Schüler aus beiden Stufen wollen diese Woche den bereits seit einem Jahr laufenden "ersten Bauabschnitt" zum Abschluss bringen.

Geplant ist die Gestaltung mehrerer kunstvoller Sitzgelegenheiten sowie die Errichtung eines "grünen Klassenzimmers" im südwestlichen Teil des Schulgeländes. Der größte Teil der Arbeiten soll bis Freitag erledigt sein, die offizielle Einweihung der Anlage soll beim Sommerfest des KGS am 20. Juli erfolgen.

Die jetzige 10c hat schon im Sommer 2017 rund 500 Quadratmeter des Pausenhofs neu gestaltet (die RNZ berichtete). Wo vorher ein "Schmuddelloch" war, ist jetzt ein kleiner Spielplatz entstanden, der neben der schulischen Pausengestaltung auch Anwohnerkinder nachmittags und an Wochenenden zum Verweilen und Toben einlädt. Was noch fehlt, sind Sitzgelegenheiten, die das Gelände zusätzlich aufwerten. Diese wollen die Gymnasiasten nun fertigstellen.

"Wenn ich das bislang Erreichte sehe, geht mir jeden Tag das Herz auf", sagt Schulleiter Jürgen Sollors. Von daher freue er sich besonders, dass auch in diesem Schuljahr das Projekt weitergeführt werde. Als Partner steht erneut der Verein "Werkstattschule Heidelberg" mit anleitenden Fachmännern wie Jakob Strack, Jörg Windmann und Marek Walczak zur Seite.

Finanzielle Förderung kommt vom Land aus dem Topf für "Kooperative Berufsorientierung (KooBo)" des Kultusministeriums, der Stadt Schriesheim, deren Bauhof auch Vorarbeiten für die Schüler geleistet hat, sowie der Badischen Beamtenbank, die die Materialkosten bezuschussen will.

Bei dem Projekt werden die Jugendlichen zu Stadtplanern und Architekten, Ingenieuren und Handwerkern. Das Projekt knüpft fächerübergreifend an die Berufsorientierung an. In mehreren Phasen haben die Schüler ihr Vorhaben geplant - von ersten Zeichnungen und Modellen bis hin zum Schnitzen, Buddeln, Sägen und Bauen - angeleitet von Experten der Werkstattschule, Kunstlehrerin Bele Rommel, Physiklehrer Daniel Hoch sowie den beiden Initiatoren, Schulsozialarbeiter Udo Heidrich und Geografielehrer Carsten Albert.

"Wir sehen in dem Projekt die einmalige Chance, eine mehrdimensionale Förderung unserer Schüler über den normalen Alltag hinaus zu erreichen", sagt Albert. Die Vielseitigkeit des Vorhabens stärke die Gemeinschaft und helfe, eigene Interessen und Fähigkeiten zu erkennen. Für die Jugendlichen sei das mit Blick auf ihre Berufsorientierung enorm wichtig, auch mit Blick auf die Entscheidung zwischen Studium und Ausbildung. "Nicht zuletzt wird aber auch eine höhere Identifikation mit der Schule erreicht", sagt Albert. Das zeige sich auch daran, wie die bestehende Anlage bisher von den Schülern angenommen worden sei: "Wir hatten bisher keine Problem mit Vandalismus, und in den Pausen ist der Bereich überbevölkert."

Einzig das Fehlen von Sitzgelegenheiten habe die Schülermitverantwortung (SMV) moniert, daran arbeiten die Schüler der 9c jetzt aber eifrig: eine moderne Tribünenform, eine elegante Wellenbank und eine natürliche Sitzgelegenheit aus Robinienholz. "Die 9c ist eine sehr lebhafte Klasse, die aber super als Team funktioniert", sagt Albert. "Die Schüler sehen selbst, wo noch Arbeit zu tun ist."

Währenddessen arbeitet die 10c an der Vollendung ihres Projektes aus dem vergangenen Jahr: einem "Grünen Klassenzimmer" mit Picknickbänken und fest installierter Tafel. "Das Ziel ist, dass dort tatsächlich Unterricht gemacht werden kann", so Albert. Auch dafür wird derzeit auf dem Schulhof gemalt, gehämmert und gebuddelt.

"Eigentlich ein traumhaftes Projekt", sagt Jörg Windmann von der Werkstattschule. "Wir mussten nie wirklich nachhelfen, um den Schülern etwas zu entlocken." Gestern mussten die Arbeiten wegen des heraufziehenden Regens zwar etwas früher abgebrochen werden. Motiviert sind die Architekten und Handwerker in einem für die finalen zwei Arbeitstage aber trotzdem.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung