12.07.2018

Schriesheim-Altenbach: Kein Verkehrsexperte für den Abtsweg

Vorschlag der Grünen Liste scheiterte bei Stimmgleichheit - Bürgerversammlung zu Sanierung geplant

Schriesheim-Altenbach. (nip) Obwohl der Ortschaftsrat in Altenbach kein allzu großes Gremium ist, scheint auch dort die Kommunikation nicht immer ganz rund zu laufen. Das brachte die Debatte um den künftigen Straßenbelag im Abtsweg zum Ausdruck, der zunächst auf einer Länge von 300 Metern saniert werden soll.

So wunderte sich Christian Wolf von der Grünen Liste, dass der Punkt überhaupt auf die Tagesordnung gekommen war. Er habe es so verstanden, dass zunächst eine Bürgerversammlung zum Thema stattfinden sollte. Seine Fraktion könne sich zwar durchaus anfreunden mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Asphaltprägung in Grau mit rötlich getönten Rändern. "Wir wollten aber erst die Bürgerinfo, damit wir die Ideen hieraus in die Planung einbringen können."

Nicht zuletzt gehe es den Grünen auch um die Beteiligung eines Verkehrsfachmanns, der sich mit dem Straßenplaner besprechen müsse, wie der untere Teil der Straße verkehrsberuhigt werden könne. Das werde nicht funktionieren, entgegnete Ortsvorsteher Herbert Kraus (Freie Wähler).

Bei der letzten Verkehrstagefahrt hätten ihm Vertreter der Fachbehörde erklärt, dass eine Verkehrsberuhigung der Straße nur dann erfolgen könne, wenn sie "Aufenthaltsmöglichkeit" habe. Das sei beim Abtsweg nicht gegeben. Denkbar sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 Kilometer pro Stunde. Was die Bürgerversammlung angehe, so sei er davon ausgegangen, dass man den Bürgern "etwas vorlegen" müsse, sonst diskutiere man ins Leere.

Obwohl Markus Zwaller (CDU) generell die "Sinnhaftigkeit" einer Bürgerversammlung für "300 Meter Straße" infrage stellte, setzte sich die Ansicht durch, zuerst den geplanten Straßenbelag den Bürgern vorzustellen und erst danach im Ortschaftsrat zu beschließen. Ein Verkehrsexperte wird hingegen nicht eingebunden; der Vorschlag scheiterte bei Stimmengleichheit.

Karl Reidinger (CDU) forderte die Verwaltung auf, "demnächst mal einen Zwischenstand" abzugeben, was die Anlieger im Abtsweg betrifft. Denn diese wurden von der Stadt angeschrieben, ob sie eventuell bereit seien, einen Meter Grundstück zu verkaufen, damit die Straße insgesamt breiter werden kann. "Wir sind da in Verhandlung. Bevor das nicht abgeschlossen ist, wird es auch keine Baumaßnahme der Wasserversorgungs- und -entsorgungsgesellschaft (WVE) geben", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer.

Der Ortschaftsrat hatte Befürchtungen geäußert, es eile mit der Bürgerversammlung, weil die WVE im Abtsweg tätig werden wolle. "Erst nach der Sommerpause", erklärte Höfer.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung