30.07.2018

Naturnahes Grabfeld wurde im Nordteil des Friedhofs eingeweiht

Naturnahes Grabfeld wurde im Nordteil des Friedhofs eingeweihtLetzte Ruhe bei Steinen und Bäumen finden – Bürgermeister Höfer: "Wir gehen einen neuen Weg"

Das neue Grabfeld, das Bürgermeister Hansjörg Höfer (am Mikrofon) einweihte, bietet Platz für 138 Urnengräber. Die Namen der Verstorbenen werden mithilfe kleiner Metallplaketten an Steinen oder Baumscheiben angebracht. Foto: Dorn

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Das naturnahe Grabfeld, am Freitagnachmittag mit kirchlichem Segen eingeweiht von Bürgermeister Hansjörg Höfer, Gemeinderäten, Vertretern des friedhofsgärtnerischen Berufsstandes und Diakon Klaus Nagel, soll kein Ersatz für einen Bestattungswald sein. Aber es ist eine Alternative: Wer sich hier für eine Urnenbestattung entscheidet, findet einen Platz in einer Umgebung, die wie ein grüner Waldgarten wirkt.

Zwischen Farnen, Stauden und Gräsern liegen große und kleinere Findlinge aus Sandstein, Baumscheiben und Stämme. Zwei Ahornbäume und zwei Crataegus sind gepflanzt und sollen wachsen. "Wir gehen mit diesem naturnahen Gräberfeld einen neuen Weg", sagte Höfer. Im Gemeinderat war länger darüber diskutiert worden, ob ein Bestattungswald der veränderten Nachfrage nach neuen Formen von Bestattungen nicht Rechnung tragen würde. Der Vorstoß scheiterte aber daran, ein geeignetes Gelände zu finden.

"Dann kam die Idee, warum wir nicht hier auf dem Friedhof etwas machen - ähnlich wie ein Bestattungswald, angelehnt an den heimischen Wald und mit naturnaher Wegführung", so Höfer weiter. Ein überfraktioneller Ausschuss habe dann über die Ausführung im unteren nördlichen Teil des Friedhofs beraten.

Die Umgestaltung der Teilfläche von rund 200 Quadratmetern oblag der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner, für die die Gärtnerei Kimmel die Bepflanzung übernommen hat. Die hiesige Gärtnerei wird das Grabfeld auch künftig pflegen: Wer sich hier nach dem Tod zur Ruhe bettet, weiß, dass seine Angehörigen keine Arbeit mit der Grabpflege haben werden.

Höfer sprach von einem "Rundum-Service" für Angehörige. "Schön, dass wir alle an einem Strang gezogen und etwas Gutes für die Bürger geschaffen haben. Hier kann man immer hin, denn der Friedhof ist sommers wie winters begehbar." Die Unterscheidung zum klassischen Teil des Friedhofs, abgetrennt durch die bereits vorhandene Hecke, sei deutlich, sagte Thomas Baege, der Geschäftsführer der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner.

Inmitten der Anlage habe man Flächen eingeplant, auf die Angehörige Blumensträuße oder -schalen abstellen können. "Und wenn sie verblüht sind, dann räumt die Gärtnerei Kimmel sie wieder weg." Er sei gespannt, wie das Ganze angenommen werde. Bei Bedarf sei das Gräberfeld Richtung Norden, denkbar auch mit einer Gestaltung durch Obstbäume, noch erweiterbar. "Es war ein spannendes Projekt und eine sehr gute Zusammenarbeit", so Baege abschließend, bevor Diakon Klaus Nagel Segen und Gebet sprach.

Das naturnahe Grabfeld bietet Platz für 138 Urnengräber. Die Namen der Verstorbenen werden mithilfe kleiner Metallplaketten an Steinen oder Baumscheiben angebracht und die Grabstätten anschließend über die Laufzeit von 15 Jahren von Friedhofsgärtnern gepflegt. Die Grabpflege selbst wird über einen Vertrag mit der Genossenschaft garantiert und kontrolliert. Hierfür fallen einmalig Kosten von 1800 Euro an; nicht enthalten sind die kommunalen Friedhofsgebühren. Allerdings sind die anteiligen Kosten für das Grabmal, also Baumscheibe, Baumstamm oder Felsen, sowie für die Beschriftung inklusive.

Info: Mehr Informationen im Internet unter www.dauergrabpflege-baden.de oder bei der Friedhofsverwaltung der Stadt Schriesheim, Tel. 06203/602-131.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung