31.08.2018

Rekordjahr fürs Waldschwimmbad

Bisher kamen etwa 67.800 Badegäste - Saison könnte über 22. September hinaus verlängert werden - Solartherme zahlt sich aus

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Neuer Besucherrekord im Waldschwimmbad: Allein bis zum 29. August kamen rund 67.800 Gäste in das Freibad im Schriesheimer Tal - und noch ist kein Ende der Saison in Sicht. Das Abschlussfest bei freiem Eintritt ist zwar für Samstag, 22. September, geplant. Doch sollte der heiße Sommer in einen warmen Spätsommer übergehen, wäre der Trägerverein IEWS zur Verlängerung bereit.

Das wäre dank der in der Winterpause installierten Solartherme kein Problem. Die Anlage auf dem Dach heizt das Wasser im Schwimmbecken nicht nur ordentlich auf, sondern senkt auf längere Sicht auch die Energiekosten. Michael Pabst vom IEWS-Technik-Team geht sogar davon aus, dass die Wassertemperatur von 24 Grad dank der modernen Technik bald zum Nulltarif gewährleistet werden kann.

Die Installation der Solartherme kostete rund 55.000 Euro, ein neuer Schaltschrank zur Steuerung der Anlagen schlug mit 82.000 Euro zu Buche. "Man glaubt nicht, wie viel Geld man in so einen Schrank stecken kann", so der IEWS-Vorsitzende Bernd Doll bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag vor Ort.

Aus seiner Sicht war die Saison bisher einfach nur "bombastisch", das Waldschwimmbad habe bei landes- und bundesweiten Rankings beachtlich weit vorne gelegen. Bei der Bewertung habe sicher auch die familiäre Atmosphäre "ohne großes Halligalli" eine Rolle gespielt.

Laut Schriftführer Michael Gebhardt, bei der IEWS der Mann für die Statistik, hat die Interessengemeinschaft aktuell 6273 Mitglieder. Ein- und Austritte halten sich in etwa die Waage. Immerhin kommen rund 4500 der Mitglieder aus Schriesheim und 1773 aus der Region, darunter rund 500 aus Wilhelmsfeld, rund 300 aus Hirschberg und etwa 150 aus Heidelberg.

17.800 Badegäste ohne Mitgliedschaft besuchten 2018 das Waldschwimmbad, ein Plus von 6000 im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Besucherzahl pro Tag wird in der Statistik mit 501 angegeben, das sind fast doppelt so viele wie im Sommer 2014 - damals war aber auch die Talstraße für etwa drei Wochen gesperrt.

Technisch ist im Waldschwimmbad erst mal alles unter Dach und Fach. Größere Investitionen stehen nach dem "Einwintern" nicht auf dem Plan. Dann werden etwa 1,8 Millionen Liter Wasser abgelassen, und die Becken müssen gereinigt werden.

In den vergangenen fünf Jahren hat der Verein rund 354.000 Euro in das Waldschwimmbad investiert, bekam dabei aber auch immer wieder städtische Unterstützung. "Wir finden da immer einen guten Weg", so Bürgermeister Hansjörg Höfer, der bei der Gelegenheit seine Wertschätzung für den Verein zum Ausdruck brachte.

Zur vorläufigen Bilanz hatte die IEWS auch Mitglieder des Gemeinderats eingeladen. Christian Wolf (Grüne) meinte dabei, im Waldschwimmbad sei ein ganz besonderer Geist spürbar. Rundum zufrieden mit ihrem neuen Job ist auch Schwimmmeisterin Karina Batzler - und das, obwohl sie meist schon um 7 Uhr vor Ort ist, bevor eine Stunde später die "Frühschwimmer" anrücken.

Im Gegensatz zu anderen Freibädern oder Baggerseen kann sich auch die Grünfläche im Waldschwimmbad trotz vielen Besuchern und anhaltender Trockenheit immer noch sehen lassen. Zu verdanken ist das Hans Portz, der abends für die Bewässerung sorgte und damit meist stundenlang beschäftigt war, ehrenamtlich.

Der Rasen wurde während der Hitzewelle auch mal braun, was einer Besucherin aus Mannheim gar nicht gefiel: Sie hätte aus dem Grund am liebsten das Eintrittsgeld zurückbekommen.

Über solch ein Verhalten kann IEWS-Vorsitzender Bernd Doll nur den Kopf schütteln. Er erzählt lieber von der Begegnung mit einem schwer kranken jungen Mann aus Westfalen, dem der Besuch richtig gutgetan habe.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung