23.09.2018

Medizinische Versorgung: Im Oktober wird Schriesheim Notarzt-Standort

DRK-Heim als vorläufige Unterbringung - Rettungswagen rund um die Uhr soll folgen

Von Frederick Mersi

Bergstraße. Die Entscheidung fiel eigentlich bereits am 14. Dezember 2017: Schriesheim sollte neuer Standort eines Notarztes samt Rettungsassistent und Einsatzfahrzeug (NEF) werden. Mit diesem Schritt wollte der Bereichsausschuss des Rettungsdienstbereichs Rhein-Neckar die Versorgung des vorderen Odenwalds verbessern. "Bald" solle der Umzug des Standorts von Weinheim in die Weinstadt geschehen, hieß es damals.

Gedauert hat es aber letztlich zehn Monate: Am 1. Oktober zieht der Notarzt in das Zuhause des Ortsverbands vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in der Ladenburger Straße. Das bestätigte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) am Freitag auf Nachfrage der RNZ. Der ASB werde zu diesem Datum auch Träger dieses neuen Standortes, sagte Herwin Hadameck, Sprecher des Regionalverbands Mannheim/Rhein-Neckar.

Aktuell sind Notarzt und Fahrzeug noch an der GRN-Klinik in Weinheim stationiert, Träger ist das Rote Kreuz Mannheim. In Schriesheim soll das NEF künftig tagsüber für zwölf Stunden, an 365 Tagen im Jahr, verfügbar sein. Die Notärzte selbst werden laut Hadameck von der Sektion Notfallmedizin der Klinik für Anästhesie am Uniklinikum Heidelberg kommen.

Vor allem für die Ortsteile Altenbach und Ursenbach sowie die Gemeinden im Steinachtal ist der Umzug des Standortes eine gute Nachricht: Ein Strukturgutachten hatte ergeben, dass Notärzte für die Anfahrt von Weinheim in den Odenwald oft länger brauchen als die gesetzlich erlaubten 15 Minuten. Mit dem Standort Schriesheim soll sich das ab 1. Oktober ändern.

"Es geht um einen besseren, schnelleren Zugriff in das Versorgungsgebiet ,Nördlicher Rhein-Neckar-Kreis’", sagte Jürgen Wiesbeck, Vorsitzender des Kreisverbands Rhein-Neckar/Heidelberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bereits im vergangenen Dezember. Doch obwohl es sich bei dem Umzug von Weinheim nach Schriesheim um eine "Sofortmaßnahme" handelte, basierend auf den Ergebnissen des Strukturgutachtens, passierte bisher nichts.

"Ich weiß gar nichts", sagte Stefanie Zöllner, Bereitschaftsleiterin des DRK-Ortsverbands in der Weinstadt, noch am Donnerstag auf Nachfrage. Schon vor der offiziellen Entscheidung für den Umzug hatten die Schriesheimer das Gebäude in der Ladenburger Straße als möglichen Standort vorbereitet. "Das Zimmer ist hergerichtet, alles ist renoviert", so Zöllner.

"Aber seit einem Dreivierteljahr haben wir zu diesem Thema nichts mehr gehört." Jürgen Wiesbeck, Bereitschaftsleiter des DRK-Kreisverbands Rhein-Neckar/Heidelberg begründete die Verzögerung Ende Juni damit, dass man schauen müsse, welcher Rettungsdienst welchen Standort übernehme. Hauptproblem war die Bereitstellung von zusätzlichen Notärzten an den erweiterten Stützpunkten.

Ab 1. Oktober wird der Raum im DRK-Heim nun täglich von 8 bis 20 Uhr genutzt - zumindest vorläufig: "Um einen zeitnahen Betriebsbeginn zu ermöglichen, wird dem ASB durch das DRK und die Stadt Schriesheim eine provisorische Unterbringung von Besatzung, Fahrzeug und Material in den Räumlichkeiten des DRK-Heimes ermöglicht", so ASB-Sprecher Hadameck.

Langfristig soll aber auch ein Rettungswagen rund um die Uhr in Schriesheim stationiert werden. Dafür reiche der Platz im DRK-Heim nicht mehr aus, so Hadameck. Deshalb soll eine Rettungswache an einem anderen Ort in der Weinstadt entstehen. Das bestätigte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Dienstag am Rande eines Pressegesprächs. "In die Standortsuche wird die Stadt Schriesheim eng mit eingebunden werden", so ASB-Sprecher Hadameck.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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