14.10.2018

Sicherheitskonzept soll bis Jahresende stehen

Sicherheitskonzept soll bis Jahresende stehenVeranstalter müssen weiterhin Ordner oder Security-Personal stellen - Kämmerei will neue Pläne den betroffenen Vereinen vorstellen

Ein Flohmarkt als Wimmelbild: Bei der Veranstaltung des Fördervereins für den Kindergarten "Kunterbunt", hier im September 2017, ist der Andrang häufig groß. Die Stadt verlangt deshalb, dass Ordner oder Sicherheitsleute die Fluchtwege freihalten. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Beim Kinderflohmarkt des Fördervereins für den Kindergarten "Kunterbunt" standen sie wieder in der Mehrzweckhalle: Ausgebildete Security-Leute hielten am Samstag die Fluchtwege frei, so wie es die Stadt den Organisatoren zur Auflage gemacht hatte.

"Seit Frühjahr 2017 ist das nötig", sagt Markus Fuller vom Förderverein. Im Frühjahr hatte das Thema im Gemeinderat für heftige Diskussionen gesorgt, viele Vereinsvertreter sahen die Sicherheitsauflagen der Stadt in öffentlichen Räumen als zu streng an.

Im Mai beschloss der Rat deswegen einstimmig, dass die Stadtverwaltung zeitnah ein Konzept zur grundsätzlichen Vorgehensweise in Sachen Sicherheitstechnik zusammen mit Vereinsvertretern erarbeiten soll. Zuvor hatte Bürgermeister Hansjörg Höfer die Auflagen bereits zur Chefsache erklärt und veranlasst, dass die Vorgaben von ihm abgesegnet werden müssen.

Gemeldet hat sich bei den Vereinsvertretern seither von der Stadtverwaltung aber niemand. "Dass solch ein Treffen geplant war, ist jetzt das erste, was ich zu diesem Thema höre", sagt Markus Fuller. 150 Euro hat der Förderverein des Kindergartens für die Security am Samstag ausgegeben - ein weiterer Kostenpunkt, der den Flohmarkt laut den Veranstaltern ohne Sponsoren zu einem Minusgeschäft werden lasse. "Und wir nutzen das Geld ja nicht für uns selbst, sondern um Dinge für den Kindergarten anzuschaffen, die die Stadt nicht kaufen darf, kann oder will", so Fuller.

Kämmerer Volker Arras, dessen Amt auch für die städtischen Liegenschaften verantwortlich ist, verteidigt das Vorgehen: "Die Veranstalter haben immer die Wahl, selbst Ordner zu stellen oder einen Sicherheitsdienst mit deren Aufgabe zu betreuen." Beim Kinderflohmarkt am Samstag hätten sich die Veranstalter für den Sicherheitsdienst entschieden. Schließlich müssten ehrenamtliche Ordner ausschließlich für diese Aufgabe zuständig sein, könnten also nicht nebenher einen Flohmarktstand betreiben.

"Bei der nächsten Veranstaltung dieser Art werden die Organisatoren selbst Ordner stellen", so Arras. Der "Kindersachenflohmarkt" des Elternbeirats des Kindergartens "Kinderschachtel" findet am Sonntag, 21. Oktober, von 12 bis 15 Uhr in der Mehrzweckhalle statt.

Dass sich die Verwaltung bisher nicht mit den Vereinen getroffen hat, erklärt Arras mit einem gescheiterten Versuch am 7. Mai. Bei der Planung stellte sich heraus, dass an diesem Montag der Abschluss der Kerwe in Altenbach gefeiert wird. "Das war eigentlich auch nur als Vorab-Information gedacht", so Arras.

Dennoch soll die aktuelle Regelung bald durch ein Konzept zum Thema Sicherheitstechnik ersetzt werden. "Vermutlich bis Ende des Jahres" werde die Kämmerei dieses fertigstellen, sagt Arras. Danach werde man das Konzept den Vereinen vorstellen, die regelmäßig Veranstaltungen in städtischen Gebäuden abhalten.

Der Haken: Durch die Verzögerung wird das Konzept ausschließlich von der Verwaltung erarbeitet, die Vereinsvertreter bleiben nach jetzigem Stand bis zur Fertigstellung außen vor - anders als es der Gemeinderat im Mai beschlossen hatte. "Wenn die Stadt sagt, wir machen das so, müssen wir das erst einmal hinnehmen", sagte Jürgen Fitzer, Vorsitzender des MGV Liederkranz Altenbach, der im Frühjahr wieder seine traditionelle Prunksitzung in der Mehrzweckhalle des Ortsteils feiern will. "Ich denke, dass die Kämmerei schon gespürt hat, wo bei uns der Schuh drückt. Wenn das Konzept vorliegt und wir Bedenken haben sollten, können wir die ja vorbringen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung