05.11.2018

Schwimmend Sympathien aus der Pfalz gewonnen

Schwimmend Sympathien aus der Pfalz gewonnenWinzergenossenschaft machte "Königin Silvia" zum vierten Mal zum Weinschiff - Das Ziel: eigene Produkte mit Gesichtern verbinden

Kai Probst und Mustafa Taslaman von der Winzergenossenschaft sowie Kapitän Christopher Götz (hinten, v.r.) begrüßten mit den Weinhoheiten 160 Gäste auf der "Königin Silvia". Foto: Dorn

Schriesheim. (fjm) Eigentlich ist Kai Probst von Beruf Maschinenbauer. Doch am Samstagabend, auf dem Flaggschiff der "Weißen Flotte" wird er zumindest für einige Stunden zum Gesicht der Schriesheimer Winzergenossenschaft (WG): Zum vierten Mal verwandelt sich die "Königin Silvia" in ein Weinschiff, mit 160 Gästen ist die Veranstaltung ausverkauft.

Für die Genossenschaftswinzer ist es nicht nur eine Gelegenheit, Weinfreunden ihre Produkte vorzustellen. Es geht auch darum, während des Fünf-Gänge-Menüs die Schriesheimer Weine mit Gesichtern zu verbinden - dem von Weinberater Mustafa Taslaman, den Weinhoheiten und dem von Kai Probst. Seit einigen Jahren ist der Winzer im Nebenerwerb bei Verkostungen dabei, erläutert den Entstehungsprozess und beantwortet Fragen. Sein Großvater hat den Weinberg der Familie nahe der Strahlenburg angelegt und den Most einst selbst ausgebaut. Jetzt erledigt das der Badische Winzerkeller in Breisach im Auftrag der Genossenschaft.

"Die machen das hervorragend", sagt Probst. "Ich stehe wirklich voll hinter unseren Produkten." Vor allem aber hinter dem 2015er Riesling Spätlese, der auf der "Königin Silvia" zu Tiramisu mit marinierten Waldbeeren gereicht wird: "Darauf bin ich besonders stolz", sagt Probst am Mikrofon. "Da sind meine Trauben drin." Spontaner Applaus brandet auf, die Gäste kommen aus dem Schwäbischen, aus Hessen und aus der Pfalz.

Immer wieder gehen Taslaman, Probst und die Weinhoheiten Sophie, Sofia und Ivanka von Tisch zu Tisch, beantworten Fragen und holen sich Rückmeldungen zu den gereichten Weinen. Zum Hauptgang können die Besucher mit dem 2016er St. Laurent - im Barrique ausgebaut - und dem im Holzfass gereiften Spätburgunder aus demselben Jahrgang zwei Rotweine miteinander vergleichen. Manche Gäste geraten darüber ins Fachsimpeln, andere melden nur knapp zurück: "Ach Gott, der schmeckt mir halt."

Während draußen die Alte Brücke und der hell erleuchtete Bohrer- und Katharinenmarkt in Neckargemünd vorbeiziehen, kann die WG so Kunden aus Waldbronn, Meckesheim und Oftersheim in ihre Geschäftsstelle nach Schriesheim einladen, um am 2. Dezember dort mit dem St. Laurent den ersten Wein des aktuellen Jahrgangs zu probieren. "Es ist wichtig, nach außen Gesicht zu zeigen", sagt Taslaman. "Dass das Interesse an unseren Produkten größer wird, haben wir durch solche Abende geschafft."

Auf dem umkämpften Weinmarkt sucht Taslaman deshalb nach Plattformen - von der Messe "Wein & Genuss" in Mannheim über Kooperationen mit dem Planetarium und Cinemaxx bis hin zum Weinschiff. "Jeder macht da seine Hausaufgaben", sagt Taslaman. Gut vorbereitet ist auch dieser Samstagabend: Menügänge und Weine harmonieren, das Service-Team der "Weißen Flotte" versorgt die Gäste reibungslos - und zwischen den Ansagen bleibt noch Zeit für ein spontanes Weingedicht eines Besuchers aus Hessen. "Das ist das Weinschiff", sagt Taslaman zufrieden.

Nur am Schlusspunkt werden die Verantwortlichen im nächsten Jahr noch feilen: Statt wie angekündigt um 22 Uhr ist die Veranstaltung erst über eine Stunde später offiziell zu Ende.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung