08.11.2018

Altenbach: Vom Schandfleck zum Parkplatz zum Feuerwehrhaus?

Altenbach: Vom Schandfleck zum Parkplatz zum Feuerwehrhaus?Ortschaftsrat will Grundstück an Hauptstraße einebnen lassen – Bürgermeister Höfer sieht dort aber Standort für Gerätehaus

Müll, Unkraut und Mauerreste: Nach dem Abriss des Hauses Nummer 28 liegt das Grundstück an der Hauptstraße momentan brach. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (fjm) Müll, meterhoch wucherndes Unkraut und einige Mauerreste - direkt gegenüber dem sanierten Ortsmittelpunkt: Das Grundstück der ehemaligen Hauptstraße 28, laut Ortsvorsteher Herbert Kraus ein "Schandfleck", soll eingeebnet, geschottert und als Parkplatz genutzt werden. Das hat der Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig beantragt. 20.000 Euro sollen dafür im Haushalt 2019 eingeplant werden.

Während der Diskussion über einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion äußerte Bürgermeister Hansjörg Höfer jedoch Kritik an dem Vorhaben: Er sieht in dem Grundstück den einzigen möglichen Bauplatz für ein neues Gerätehaus der Feuerwehr. Architekt Alfred Burkhardt habe dafür bereits erste Entwürfe angefertigt, so Höfer. "Ich sage ganz offen: Ich würde dort gern so groß wie möglich bauen."

Allerdings habe ein Nachbar Einwände geäußert, die er, wenn nötig, auch vor Gericht geltend machen würde. "Das Baurechtsamt kann die Entwürfe aber erst prüfen, wenn es eine Bauvoranfrage oder einen Bauantrag unsererseits gibt", sagte Höfer. "Wir sind momentan also in der Schwebe."

Dennoch plädiere er dafür, das Grundstück vorerst so zu lassen, wie es ist. "Für mich sind 20.000 Euro viel Geld, so Höfer. "Ich weiß auch nicht, wo Sie diese Zahl hernehmen." Das Grundstück einfach zu planieren und zu schottern, werde laut Fachleuten im Bauamt so einfach nicht gehen. "Wenn es als Parkplatz genutzt werden soll, gelten für dieses Grundstück als öffentliches Gelände andere Kriterien", sagte Höfer. Er rate daher von einer Zustimmung ab.

Die Mitglieder des Ortschaftsrats blieben jedoch bei ihrer Meinung. "Das Grundstück verkommt immer mehr", sagte Sabine Stern (Grüne Liste). "Der Platz wird nicht schöner", ergänzte Karin Malmberg-Weber (SPD). "Wenn die Feuerwehr dort erweitern soll, spricht das überhaupt nicht gegen die Einebnung."

Auch Ortsvorsteher Kraus fand, dass sich beide Pläne nicht gegenseitig ausschließen. Karl Reidinger von der CDU merkte zudem an, dass der Zeitplan für die Errichtung eines Feuerwehrhauses immer länger geworden sei - auch weil es Verzögerungen beim Erstellen eines Bedarfsplans für die Einsatzkräfte in Kernstadt und Ortsteilen gab.

"Wenn es nach mir ginge, hätten wir den Bauantrag schon gestellt", entgegnete Höfer. Doch vor dem Jahr 2020 werde sich auf dem Grundstück wohl nichts tun. Dennoch blieb er bei seiner Meinung und appellierte: "Wenn man sich das anschaut, kann man auch im Hinterkopf haben: ,Das mag nicht schön aussehen, aber es ist für die Feuerwehr.’"

Der Ortschaftsrat will bis dahin aber vor allem die Parkplatzsituation am Ortsmittelpunkt verbessern - unabhängig davon, was später aus dem Grundstück wird. "Wir hoffen natürlich für die Feuerwehr, dass es schnellere Lösungen gibt", so Malmberg-Weber. Die Entscheidung über diesen Antrag liegt aber letztlich beim Gemeinderat.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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