29.01.2019

Gemeinderat diskutiert am Mittwoch über Radverbindung nach Altenbach

Gemeinderat diskutiert am Mittwoch über Radverbindung nach Altenbach

Bis zu deren Bau können jedoch noch einige Jahre vergehen

Alternativlos: Bisher ist die L 596a für Radfahrer der einzige Weg nach Altenbach. Daran will die Stadt schon seit Jahren etwas ändern - und unternimmt nun einen zweiten Anlauf, um das Projekt ins Radverkehrskonzept des Kreises aufnehmen zu lassen. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim-Altenbach. "Richtig Druck machen" - das forderte SPD-Stadtrat Rainer Dellbrügge, als sich die Stadt zum ersten Mal für einen echten Radweg von Schriesheim nach Altenbach aussprach. Das war im Juli 2015. Seitdem hat der Rhein-Neckar-Kreis zwar ein erstes Mobilitätskonzept für den Radverkehr erstellt, doch Altenbach ist für Radfahrer abseits der Landstraße immer noch genau so wenig erreichbar wie damals. In seiner Sitzung am Mittwoch könnte der Gemeinderat nun einen neuen Anlauf unternehmen - mit ungewissem Ausgang.

Dass die Stadt diese zweite Chance erhält, liegt daran, dass der Rhein-Neckar-Kreis sein im November 2016 fertiggestelltes Konzept zum Thema Radverkehr weiterentwickelt. Durch neue und bessere Verbindungen sollen vor allem Pendler zum Umsteigen aufs Rad bewegt werden. Dabei dürfen Städte und Gemeinden bis Ende Februar Vorschläge einreichen.

"Das muss unbedingt passieren, weil Altenbach diesen Weg braucht", sagt Suzanne Epp, Vorsitzende des Turnvereins Altenbach, die sich seit Jahren für eine Verbindung entlang der L596 und L596a einsetzt. "Aber das wäre sicher eine Lösung, die sehr lange dauert." Ordnungsamtsleiter Achim Weitz, im Schriesheimer Rathaus für den Antrag zuständig, sieht das genauso: "Das wird eine ähnliche Geschichte wie beim Branichtunnel - auch wenn ich natürlich hoffe, dass es nicht ganz so lange dauert." Wichtig sei aber zunächst, überhaupt in das Mobilitätskonzept aufgenommen zu werden.

Das steht trotz des großen Interesses vor Ort an einer Radverbindung keineswegs fest: An das neue Netz sollen laut Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises zwar alle Gemeinden, jedoch nicht jeder Ortsteil unmittelbar angeschlossen sein. Auch bis zur Entscheidung selbst wird es wohl noch eine ganze Weile dauern: Erst will das Straßenbauamt des Kreises die Vorschläge der Gemeinden prüfen und dann mit diesen Rücksprache halten, bevor der erste Entwurf der Kreisverwaltung für die Öffentlichkeit im Internet zugänglich gemacht wird. Letztlich entscheidet der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Wirtschaft über das Konzept - was aber wiederum nicht bedeutet, dass dann auch gleich mit dem Bau begonnen werden kann.

Das wäre die Aufgabe des jeweiligen Straßenbaulastträgers. Im Fall der L 596a müsste das Land Baden-Württemberg über das Regierungspräsidium Karlsruhe den Auftrag geben. Bei einem baulich völlig abgetrennten Fahrradweg wäre das zwar möglicherweise nicht nötig, die Kosten würden bei dieser Option jedoch enorm steigen.

Eine kurzfristige Alternative hat Epp mit einer Verbindung durch den Wald bereits vorgeschlagen: Auf mehreren Hundert Metern müsste ein Trampelpfad ertüchtigt und geschottert werden, um zumindest im Sommer den Lückenschluss von Schriesheim nach Altenbach zu gewährleisten - auch wenn dieser Weg für Schulkinder kaum geeignet wäre. Die Stadt könnte die nötigen Arbeiten selbst in Auftrag geben, sofern die Grundstückseigentümer und die Untere Naturschutzbehörde einverstanden sind.

Zuletzt fand zu diesem Thema im Februar 2018 eine Infoveranstaltung in Altenbach statt. "Seitdem hat sich bis auf eine Begehung mit dem Bürgermeister im Sommer wenig getan", sagt Epp. "Diese Verbindung wäre sicher nicht perfekt, aber es wäre die einzige Anbindung überhaupt ans Rückhaltebecken." Ordnungsamtsleiter Weitz will sich mit diesem Thema in der zweiten Jahreshälfte 2019 beschäftigen, wenn nach Kommunal- und Europawahl wieder etwas mehr Zeit zur Verfügung steht. Fest steht jedoch schon jetzt: Der Weg zur Radverbindung wird für Altenbach kein leichter sein.

Info: Sitzung des Gemeinderats, Mittwoch, 30. Januar, 18 Uhr, großer Saal des Rathauses.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung