09.02.2019

Postillion Schriesheim: Krippen-Notlösung schließt nach elf Jahren

Postillion Schriesheim: Krippen-Notlösung schließt nach elf JahrenDer Trägerverein lässt die Einrichtung im Rindweg zum Ende 2019 auslaufen. Mittelfristig will die Stadt aber mehr Plätze anbieten können.

Derzeit werden in der Krippe im Rindweg nur noch fünf Kinder betreut. Künftig will sich der Postillion als Träger auf seine größere Einrichtung in der Schillerstraße konzentrieren. Foto: Dorn

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Eltern und Erzieherinnen sind bereits informiert: Der Trägerverein Postillion will seine Kinderkrippe im Rindweg zum Jahresende auslaufen lassen. Damit fallen 2020 erst einmal zehn Betreuungsplätze für Kleinkinder in Schriesheim weg, doch die Stadt rechnet damit, dass der Bedarf in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

"Deswegen tüfteln wir gerade an einer guten Lösung, um Plätze bereitstellen zu können", sagt Hauptamtsleiter Dominik Morast. Es lägen mehrere Optionen auf dem Tisch, die nun geprüft würden. Eine davon ist die Eröffnung einer neuen Krippe in der Container-Anlage am Kurpfalz-Schulzentrum, wo derzeit noch der Kindergarten "Kinderschachtel" bis zur Fertigstellung seines zweistöckigen Neubaus untergebracht ist.

"Allerdings muss auch der Kindergarten in der Mannheimer Straße mittelfristig saniert werden", sagt Morast. "Das müssen wir miteinbeziehen und am Schluss die beste Lösung finden." Nach einer Besprechung innerhalb der Verwaltung sollen auch die Fraktionssprecher im Gemeinderat in die Planung einbezogen werden.

Denn die Stadt benötigt mittelfristig wohl weitere Betreuungsplätze für Kleinkinder: Das erste Halbjahr 2018 sei ein geburtenstarkes gewesen, sagt Morast. "Das allein ist aber keine feste Richtgröße, deshalb passen wir unsere Prognosen immer wieder an." Eine Zielmarke zum Ende des Jahres habe sich die Verwaltung deshalb nicht gesetzt. "Zu viel Leerstand wollen wir auch nicht, das ist weder im Interesse der Stadt noch in dem der Träger", so Morast.

Die Schließung der Krippe im Rindweg kommt für die Stadt nicht überraschend: Der Trägerverein habe diese Entscheidung mit der Verwaltung getroffen, so Morast. "Wir wollen da an einem Strang ziehen."

Stefan Lenz, geschäftsführender Vorsitzender des Vereins Postillion, begründet die Schließung im Rindweg vor allem mit mangelnder Nachfrage und damit auch Problemen bei der Wirtschaftlichkeit. "Wir können dort nur schwer eine Ganztagesbetreuung anbieten, die aber immer mehr vonseiten der Eltern nachgefragt wird." Im Rindweg ist derzeit nur eine Betreuung von 7.30 bis 13.30 Uhr möglich. Auch die Kinder hätten nicht viel von einer immer weiter schrumpfenden Gruppe, so Lenz.

Derzeit sind nur noch fünf der zehn Plätze im Rindweg belegt. Da spätestens im April 2020 sowieso das letzte Krippenkind in den Kindergarten wechseln werde, habe sich der Verein entschieden, die im November 2008 eröffnete Einrichtung auslaufen zu lassen. "Das war damals auch schon eine Notlösung", sagt Lenz rückblickend.

Bis zum Jahresende werden im Rindweg voraussichtlich nur noch zwei Kinder betreut. Was dann geschieht, ist derzeit noch in der Diskussion: "Vielleicht können die beiden schon früher in den Kindergarten wechseln, aber das besprechen wir direkt mit den Eltern", sagt Lenz. "Möglicherweise lassen wir die Einrichtung auch noch bis zum April laufen. Es wäre nur ungut, wenn wir die Kinder verlegen müssten."

Das liegt auch daran, dass die zweite Krippe des Vereins in der Schillerstraße zum Stichtag 1. März mit 30 Kindern voll besetzt ist. Daran könnte sich zwar bis zum Jahresende noch einiges ändern, doch die Plätze mit Betreuungszeit von acht bis zehn Stunden unter der Woche sind bei vielen berufstätigen jungen Eltern gefragt.

Sollte die Stadt in der Containeranlage am Schulzentrum oder an einem anderen Standort eine weitere Kinderkrippe planen, werde sich der Postillion aber voraussichtlich nicht um eine Trägerschaft bewerben, so Lenz. Der Verein wolle sich vorerst auf die vergleichsweise neue Einrichtung in der Schillerstraße konzentrieren.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

Die Nähstube Mona Lisa ist umgezogen - Änderungsschneiderei, Schneideratelier, Maßanfertigung

Die Nähstube Mona Lisa zieht um!

Jetzt in der Heidelberger Str. 32c