22.02.2019

Kommunalwahl Schriesheim 2019: Mit Finanzkompetenz und Solaris-Stärke in den Wahlkampf

Kommunalwahl Schriesheim 2019: Mit Finanzkompetenz und Solaris-Stärke in den Wahlkampf

CDU nominierte am Mittwoch Listenkandidaten für Gemeinde- und Ortschaftsrat - Drei ehemalige Jugendgemeinderäte treten an

Einstimmig nominiert: Mit diesen 16 Männern und zehn Frauen gehen die Schriesheimer Christdemokraten in die Kommunalwahl am 26. Mai. Foto: Dorn

Schriesheim. (fjm) Falls Christiane Haase noch Motivationshilfe für den Wahlkampf nötig hatte, lieferte Siegfried Schlüter am Mittwoch im Hotel "Neues Ludwigstal" alles, was die CDU-Stadtverbandsvorsitzende brauchte: "Sie haben es geschafft, dass ich bei der Wahl nicht panaschieren werde", sagte der ehemalige Bürgermeister-Stellvertreter mit Blick auf die 26 Kandidaten, die zuvor einstimmig auf ihren vorgeschlagenen Listenplätzen für die Kommunalwahl bestätigt worden waren.

Auffallend ist dabei das niedrige Durchschnittsalter von etwa 41 Jahren. Mit der noch amtierenden Weinkönigin Sophie Koch, Nicolas Spatz und Niklas Binder haben sich drei ehemalige Jugendgemeinderäte zu einer Kandidatur bereit erklärt. Alle drei sind zum Zeitpunkt der Wahl mit 20 Jahren die mit Abstand jüngsten Kandidaten. "Mir hat die Arbeit im Jugendgemeinderat so viel Spaß gemacht, dass ich sie auf diesem Weg gern fortführen würde", begründete Koch ihre Kandidatur auf Listenplatz zehn.

Vier Themen standen während der Nominierungsversammlung, bei der sich die Kandidaten vorstellten, häufig im Mittelpunkt: die Sanierung des Kurpfalz-Gymnasiums (KGS), ein mögliches Neubaugebiet Süd, damit verbunden die Finanzlage der Stadt und das Vereinsleben. "Die größte und wichtigste Herausforderung in den nächsten fünf Jahren wird die Schulsanierung", sagte Fraktionschef Michael Mittelstädt, der am 26. Mai die Kandidatenliste anführen wird. "Das Wichtigste dabei ist eine scharfe Kostenkontrolle." Dass die Sanierung überhaupt weiterverfolgt worden sei, sei ein Verdienst der CDU. Bezüglich eines möglichen Neubaugebiets stellte er eine Grundforderung: "Die Stadt muss mitverdienen oder darf zumindest nichts draufzahlen."

Auf den vorderen Listenplätzen tritt die gesamte Gemeinderatsfraktion wieder an - mit einer Ausnahme: Stadtrat Philipp Jäck hatte um einen hinteren Listenplatz gebeten, für ihn rückt Christiane Haase an Position fünf. Dank der Stadtverbandsvorsitzenden finden sich auch mehrere Einwohner aus "Solaris", dem ehemaligen Neubaugebiet Nord auf der Liste - viele von ihnen mit Finanzkompetenz von Berufswegen, wie die 44 Jahre alte Steuerreferentin Julia Stoltenberg. Für sie ist auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema: "Man zerreißt sich da."

Doch neben Stadtrat Jäck stehen noch einige andere "Schriesemer" auf der Liste, zum Beispiel Hermann Morast, der im Vorstand des Sportvereins 1919 aktiv ist und für Wohnraum für junge Familien wirbt, oder Mathias Heberle, Vorsitzender des örtlichen Bauernverbands. Für ihn spielen der Flächenverbrauch durch ein mögliches Neubaugebiet und der Umgang der Stadt mit den Vereinen eine wichtige Rolle. "Aktuell erleben wir im Ehrenamt die wohl schwierigste Zeit in der Gemeinde", fand auch Thomas Zwipf. Der Steuerberater ist beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aktiv und tritt auf Listenplatz zwölf an.

Nur einen Makel fand Stadtverbandsvorsitzende Haase an der Liste: Mit 16 Kandidaten sind die Männer gegenüber zehn Frauen inklusive Nachrückerin und Alterspräsidentin Margret Fallmann (70) deutlich in der Überzahl. "Wir hätten gern ein paar Frauen mehr gehabt", sagte Haase. Mit ihr, Marina Haas aus Altenbach und Anja Filler sind aber drei Mütter vertreten, die sich bereits in Elternbeiräten engagiert haben oder dies immer noch tun.

Fraktionschef Mittelstädt blickte letztlich mit großer Vorfreude auf den anstehenden Wahlkampf: "Mir macht die Arbeit im Gemeinderat tierisch Spaß - und das würde sie auch weiterhin, in jeder hier möglichen Kombination."

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung