06.03.2019

Leichtathletik liegt bei Kai Stang in der Familie

14-Jähriger machte bei badischen Hallenmeisterschaften auf sich aufmerksam - Seine Eltern waren ebenfalls sportlich erfolgreich

Von Nicoline Pilz

Schriesheim. Laufen und Springen: In beiden Disziplinen ist der 14-jährige Kai Stang richtig gut. So gut, dass er am 17. Februar bei den Badischen Hallenmeisterschaften bei der MTG Mannheim im Weitsprung über 6,07 Meter Erster wurde. Mit der Staffel über drei Mal 100 Meter kam er zudem über 80 Meter Hürden auf Rang zwei.

"Im letzten Jahr bin ich noch 4,96 Meter gesprungen", erinnert sich der bald 15-Jährige. 2018 habe er dann aber sehr viel trainiert. Kai Stang ist Mitglied beim TV Schriesheim, sein Trainer ist Holger Braunweiler. Wer Eltern wie Silke und Michael Stang hat, dem ist Talent fraglos bereits in die Wiege gelegt. Mama Silke erreichte im Mehrkampf die badische Spitze. Michael Stang gewann in seiner aktiven Zeit die Deutschen Meisterschaften über 800 Meter, war fünfter Deutscher Jugendmeister und Dritter bei den Deutschen Junioren.

Kais älterer Bruder Nils, 17 Jahre jung, ist ebenfalls Leichtathlet. Im Weitsprung führt Kai die badische Hallenbestenliste an, zweitplatziert bei den Hürden. Und das, obgleich der Jahrgang 2004 ein starker ist. "In seinem Alter ist das Ganze noch eine Grundausbildung. Erst mit 16, 17 Jahren sieht man, wohin es geht, wie man sich spezialisiert", erklärt Vater Michael.

Im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit der Staffel Wettkampfluft bei den Deutschen Meisterschaften zu schnuppern, habe ihm gut gefallen, sagt Kai. Am 6. und 7. Juli dieses Jahres nimmt er an der Deutschen U16-Meisterschaft in Bremen teil, die Disziplinen sind 80 Meter Hürden, Weitsprung und die Staffel über vier Mal 100 Meter. Sechs 86 Zentimeter hohe Hürden stehen auf der zu absolvierenden Strecke. Respekt vor allen, die das in Angriff nehmen.

"Eine Platzierung unter den Top 10 wäre schon gut", meint Kai. Seit 2018 ist er im baden-württembergischen Landeskader. Wer es bis dahin geschafft hat, braucht bereits eine gewisse Norm. Zur Leichtathletik kam der Jugendliche vor fünf Jahren. "Ohne großes Training kam bei ihm immer etwas raus", sagt Mutter Silke. Viel Aufhebens macht ihr Jüngster nicht um seine sportlichen Erfolge. Aber er ist auch kein schlechter Schüler, mit einem Notenschnitt von 1,8.

"Bei den Jungs ist er damit Jahrgangsbester", stellt sein Vater sachlich fest. Derzeit besucht Kai die neunte Klasse der Kurpfalz-Realschule in Schriesheim und will danach eine Ausbildung zum Zahntechniker anschließen. "Ich mache gerade ein berufsorientiertes Praktikum bei meinem Vater", erzählt Kai. Neben seinem Faible für den Sport schätzt er Mathematik und Technik als Schulfächer. Gute Voraussetzungen, um irgendwann in den väterlichen Dentaltechnik-Betrieb in Mannheim einzusteigen.

Als kleiner Junge habe er auch voltigiert, ergänzt Mama Silke. Das habe gute Grundlagen geschaffen. "Gerade auch für den Gleichgewichtssinn, das ist alles ganz wichtig." Da scheint etwas dran zu sein, denn egal, ob Skifahren, Schwimmen, Biken oder Schlittschuhlaufen, Kai hat das alles schnell drauf.

Drei- bis viermal in der Woche geht er für jeweils zwei Stunden ins Training, dabei einmal zum Stützpunkttraining in Mannheim. Ab Mai finden dann fast jedes Wochenende bundesweit Wettkämpfe statt, zu 90 Prozent immerhin in der Region. Vier- bis fünfmal jährlich steht noch der Kaderlehrgang in Stuttgart an, den Hürden-Landestrainer Marlon Odom leitet. Und dann warten auch noch die Süddeutschen Meisterschaften.

Neben Schule und Sport sind Kai in der Freizeit die Freunde wichtig. "Wir gehen am Wochenende gerne weg", sagt er und freut sich schon auf den Mathaisemarkt, vor allem auf den Rummel. Was ihm an seinem Sport gefällt, ist die Tatsache, dass man ihn zwar in der Gruppe ausübt, jeder aber selbst für seinen Erfolg verantwortlich ist.

Und noch etwas schätzt er: die guten Trainingsbedingungen im Schriesheimer Sportzentrum und die Nähe zum Olympiastützpunkt.vv

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung