07.03.2019

Mathaisemarkt 2019: 5000 halbe Hähnchen und eine "Nummer 1"

Schriesheim feiert den 440. Mathaisemarkt. Ein guter Anlass für ein paar Zahlenspiele.

Schriesheim. (capa) Interessante Fakten über den Mathaisemarkt gibt es genügend, aber zum ersten Weinfest in der Region lohnt sich eine kleine Zahlenjonglage. Seinen Anfang fand der Markt im Jahr 1579, als Heinrich III. Französischer König war und Rudolf II. das Amt des Kaisers des Heiligen Römischen Reichs bekleidete.

Damals fand der Mathaisemarkt noch am 24. Februar statt, erst viel später wurde die Festlichkeit auf insgesamt acht Tage erweitert und in den März verlegt. In diesem Jahr feiert Schriesheim seinen 440. Mathaisemarkt und 25 Jahre Mathaisemarktlauf. Allein in den letzten zwei Jahren wurden ungefähr 206.000 Besucher aus der ganzen Region von den bunten Lichtern des Rummels in die Stadt gelockt. Für solche Besucherzahlen braucht es daher auch ein großes Festzelt, das seit einigen Jahren Ilona Böhm aus Mannheim bereitstellt. Auf 60 Metern Länge und 30 Metern Breite können 1800 Quadratmeter zum Feiern, Tanzen, Hocken und Essen genutzt werden. Mit 35 Mitarbeitern, darunter 25 Kellner, bewirtet Böhm an allen acht Tagen das Zelt. Etwa 20 Stunden dauert der Aufbau des Zelts. Bis der Innenausbau fertig ist, vergeht noch einmal eine Woche. Wenn das Fest dann angefangen hat, ist die Weinsorte "Mathais" besonders beliebt. Dicht gefolgt vom Weißherbst auf dem zweiten Platz und dem Riesling auf dem Dritten. Nicht nur beim Wein scheinen die Schriesheimer und ihre Gäste besondere Vorlieben zu haben, sondern auch beim Essen. Die Verkaufszahlen führt das halbe Hähnchen an, von dem Böhm für den Mathaisemarkt jährlich 3000 bis 5000 Stück bestellt. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Haxe und die verschiedenen Braten, die am liebsten mit Semmelknödeln verspeist werden.

Nach der Schlemmerei im Zelt bietet sich ein gemütlicher Verdauungsspaziergang über den Markt und den Rummel an. 785 Schritte macht der Besucher da allein über die Stände des Krammarkts in der Kirchstraße, Friedrichstraße, Bismarckstraße und Talstraße bei einer Körpergröße von 1,67 Metern. Viele Kalorien verbrennt man beim gemütlichen Schlendern zwar nicht (lediglich um die 70), aber nach der circa 550 Meter langen Strecke sollte wieder Platz für einen Nachtisch auf dem Festplatz sein. Danach kann der Blick über Schriesheim und die Region mit einer Fahrt im Riesenrad "Grand Soleil" des Schaustellerbetriebs Göbel genossen werden.

2017 ging das 48 Meter hohe Rad mit 36 geschlossenen Gondeln in Betrieb, das einen 100-Kilowatt-Stromanschluss benötigt. Bis zu sechs Personen haben bei fast jedem Wetter in einer Gondel Platz. Wem der Nervenkitzel bei der Riesenradfahrt fehlt, der kann sich mit einem bunten Fahrchip in einen der Autoscooter des "Number One" der Familie Haas setzen. Auf einer Fahrbahn von 26 Metern Länge und 13 Metern Breite kann dann richtig Gas gegeben werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung