15.03.2019

Mathaisemarkt 2019: Stimmungshoch trotz Sturmtief bei der RNZ-Riesenrad-Weinprobe

Mehr als 200 Gäste zeigten sich am Donnerstagnachmittag bestens vorbereitet für windiges Wetter

Von Matthias Kehl

Schriesheim. Sturmtief Franz weht frisch über den Festplatz, als um kurz vor 17 Uhr die Menschentraube am Riesenrad "Grand Soleil" immer größer wird. Auch der leichte Nieselregen kann die über 200 Menschen, die einen Gondelplatz für die diesjährige RNZ-Riesenrad-Weinprobe auf dem Mathaisemarkt ergattert haben, nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil.

Ausgestattet mit Schals, Mützen, Decken und Proviant-Körben teilen sich die Gäste unter Anleitung von RNZ-Redakteur Frederick Mersi auf die insgesamt 36 Gondeln auf. "Seien Sie unbesorgt, die Schriesheimer Weine werden sie wärmen", gibt Harald Weiss, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, den Gondelfahrern mit auf den Weg in die Höhe.

Die begehrten Tickets für das Tradition gewordene Weintrinken im Riesenrad seien bereits wenige Minuten nach Verkaufsbeginn vergriffen gewesen, sagt Weiss. Unter den glücklichen Ticketinhaberinnen ist Bettina Rupp, die zusammen mit Familie und Freunden das erste Mal teilnimmt. "Morgens ab 7.30 Uhr habe ich mich ans Telefon gehängt, um Tickets zu sichern", erzählt Rupp, die mittlerweile in Darmstadt lebt und für Mathaisemarkt in die Heimat nach Schriesheim gereist ist.

Ebenfalls mit dabei ist auch Polizeihauptkommissar Dirk Bachmann, der in Zivil mit einigen Kollegen die Gondelfahrt genießt. "Als ich das letzte Mal dienstlich hier war, hat die Veranstaltung einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht", so Bachmann.

Vier verschiedene Tropfen aus dem Schriesheimer Anbau bekommen die Besucher samt einer großen Tüte Weinknorzen von den Weinhoheiten, RNZ-Redakteur Carsten Blaue und Astrid Spies von der Winzergenossenschaft in die überdachten Kabinen gereicht. Hoch oben schmecke der Wein anders, da sich Säure in der Höhe anders verhalte, sagt Weiss, der die Gondelfahrt moderiert.

"Der hier gefällt mir am besten", sagt Martin Klossek und nippt von der obersten Gondel über die Rheinebene blickend an einem Spätburgunder. Mit einer Decke über den Knien sitzt er zwischen seinen Gondelgenossinnen Nicola Falley und Christine Kneier. Aus den Nachbarkabinen ist mehrfach lautstark das "Schriesemer Lied" zu hören, dass viele der Gondelfahrer nicht müde werden zu singen. Dass die Verköstigung im Riesenrad in der Weinstadt mittlerweile Kult-Status erlangt hat, zeigen ein paar Stammfahrer: Ein eigens für die knapp zweistündige Rundfahrt angefertigter Tisch, der haargenau in die Gondel passt, dient ihnen als Ablage für Speisen und Getränke.

Für extra Wünsche steht das "Boden-Personal" bereit, reicht Nachschub an, räumt Leergut weg. Sogar kurze Notstopps für dringend benötigte Toilettenpausen werden eingehalten. Zum Abschluss der Fahrt reicht man passend zum Weißherbst Pralinen der Konditorei Linde. "Es ist wunderbar gelaufen", zeigt sich auch Riesenrad-Schausteller Tobias Göbel zufrieden. Dass die Rundfahrt am Vormittag aufgrund leichter Sturmwarnung noch auf der Kippe stand, ist am Ende des Abends nur noch eine Randnotiz.

Die riesige Ticket-Nachfrage hat Folgen. "Wir werden im nächsten Jahr eine weitere Gondelrundfahrt anbieten", sagt Harald Weiss, bevor er die 200 beschwingten Gäste wieder auf den Boden zurücklässt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung