09.05.2004

Bessere Radwege ohne große Kosten

Schriesheimer Grüne fordern Verbesserungen, die schnell machbar und finanzierbar sind

Zu wenig Signale, finden Schriesheims Grüne, stehen für die Radfahrer in der Stadt auf Grün. Im Wahlkampf mahnen sie nun Verbesserungen bei den Radwegen an, die teilweise ohne große Kosten möglich wären. Foto: Kreutzer

Schriesheim. (ron) Eine Verbesserung des Radwegenetzes in Schriesheim haben die Grünen jetzt m Zuge des Kommunalwahlkampfes gefordert. Vieles sei sogar schnell machbar und leicht finanzierbar.

Für Gisela Reinhard, die Stadträtin, ist die Sache klar: "Wer mit dem Rad zum Aldi fährt, lebt gefährlich." Die Nord-Süd-Achse der Stadt, die innerhalb der Bebauung im Gewerbegebiet mündet, ist für die Grünen nur ein Gefahrenpunkt für Radfahrer, den es bald zu beseitgen gilt. Eine Fahrbahmarkierung mit einem Radfahrersymbol könne da optisch schon Wunder wirken, finden die Grünen.

Überhaupt: ihre schon erwarteten Verbesserungsforderungen für das Radwegenetz in der Stadt wurde durchaus vom Rotstift geprägt. "Wir wollen keine utopischen Forderungen stellen, sondern mit geringen Mitteln spürbare Verbesserungen erzielen", so formulierte es Grünen-Kandidat Willi Dehoust. Der Gründer und Sprecher der mittlerweile nicht mehr existierenden Verkehrs-Agendagruppe "ZUM" gehört zu den "Praktikern", die als bekennende Fahrradfahrer auf der Grünen-Liste für die Kommunalwahl am 13. Juni stehen: dazu gehören (auch in Zeiten nach Adam Welker) regelmäßige Strampler wie Annemarie Brand und Dieter Heeger.

Dieses Pedalritter-Heer hat jetzt eine neue Konzeption für die Radwege in der Stadt erarbeitet. Ihre Grundannahme: auch nach dem neuesten Verkehrsgutachten, das im April im Gemeinderat vorgestellt worden ist: in Schriesheim wird für die kurzen Wege zu wenig Fahrrad gefahren. Und das liege beileibe nicht nur an dem hügeligen Gelände - sondern vor allem an der geringen Attraktivität der Fahrradstrecken.

Zumindest schon mal sieben neuralgische Punkte haben die Grünen aufgelistet, bei denen dringend Abhilfe geschaffen werden müsse. Mit dem neuen Fahrradweg entlang der B 3 sind die Kandidaten nicht ganz zufrieden - "da muss die Akzeptanz erhöht werden, schließlich hat er eine Menge Geld gekostet", findet Willi Dehoust. Die Straßenquerungen zum Beispiel müssten dringend mit roter Farbe gekennzeichnet und damit sicherer gemacht werden. "Das kostet nur ein paar Eimer Farbe." Unsicher sei auch die Einmündung der Dresdner und der Kellereiwiesenstraße in die Ladenburger Straße: die Autofahrer sollten zumindest durch ein Vorsicht-Schild auf die Radfahrer, die aus den Seitenstraßen kommen, aufmerksam gemacht werden.

Weitere gefährliche Stellen haben die Grünen ausfindig gemacht: Zum Beispiel die Passein zwischen der B 3 und der Schillerstraße, die Einmündung in die Römerstraße von der B 3 aus, den Kreisel vor den Fensenbäumen und - immer wieder - die Straßen des Gewerbegegebietes.

Auch eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Heidelberger Straße für die Radfahrer zählt zu den Forderungen der Grünen. Außerdem: Eine Druckknopf-Ampel an der Kreuzung Leutershäuser Straße/Talstraße, eine Barriere am Fußgängerbrückchen am Hübsche-Mühle- Eiscafé und den Huberweg als Hinweg von der Stadt ins Waldschwimmbad. Auch Erneuerungen wie das Nachstreichen der Markierungen rund ums Sportzentrum gehören zum Forderungskatolog. Reinhard: "Diese Vorschläge müssen in ein Gesamt-Verkehrskonzept eingebunden werden. Das schließt jedoch nicht aus, dass Teile davon auch kurzfristig umgesetzt werden können." Dehoust: "Wir verstehen unsere Konzeption nicht als fertigen Plan, sondern als Diskussionsgrundlage, um mit der Öffentlichkeit und der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung