18.03.2019

Mathaisemarkt 2019: Ein versöhnliches Ende schwieriger Feiertage

Mit 94.000 Besuchern fällt die Bilanz besser aus als erwartet - Stark betrunkene Minderjährige sind ein Problem

Von Frederick Mersi

Schriesheim. Dragi, Eberhard und Franz sind offenbar keine Freunde des Mathaisemarkts: Gleich drei Sturmtiefs zogen innerhalb der vergangenen zehn Tage über Schriesheim hinweg, inklusive Orkanböen, starker Regenschauer und entwurzelter Bäume. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es das schon einmal gegeben hat", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Sonntagabend. "Deswegen bin ich wirklich dankbar, dass heute so viele Menschen am Straßenrand standen."

24.000 Besucher kamen laut Schätzung der Freiwilligen Feuerwehr am letzten Festtag noch einmal auf den Mathaisemarkt, um sich den zuvor wegen "Eberhard" verschobenen Festzug anzusehen. "Da ist mir wirklich ein Stein vom Herzen gefallen", sagte Höfer, dem die Entscheidung für die Verlegung des Mathaisemarkt-Höhepunkts enorm schwergefallen war. "Es war aber für alle Beteiligten ein schwieriger Mathaisemarkt", so Höfer. Das Wetter habe Schaustellern und Straußwirten Probleme bereitet, dennoch stieg die Gesamtbesucherzahl laut Feuerwehr-Kommandant Oliver Scherer bis Sonntagabend auf 94.000 - das sind 12.000 mehr als im Vorjahr. "Dass trotzdem so viele Leute kamen, zeigt, dass das Grundgerüst des Mathaisemarkts stimmt", sagte Höfer.

Bei den Schaustellern selbst fiel die Bilanz nicht ganz so positiv aus: "Es war kein Mathaisemarkt, wie wir ihn kennen", sagte Marktmeisterin Ariane Haas. "Im Gesamten war der Andrang schwächer als im Vorjahr." Zwar seien die Schriesheimer trotz Nässe und Kälte treu auf den Rummel gekommen, der Besuch von auswärts habe dagegen auch wegen des Sturmtief-Trios gefehlt. "Wir haben unsere Sicherungsvorrichtungen nach Eberhard erst gar nicht mehr abgebaut", sagte Haas. "Das hatten wir wirklich noch nicht."

Vergleichsweise ungerührt verfolgte dagegen Rolf W. Edelmann, Vorsitzender des BDS-Ortsverbands, die Wetterkapriolen: "Auf die Leistungsschau hat sich das nicht besonders ausgewirkt." Dennoch habe vor allem der besucherstarke zweite Sonntag die Bilanz der Schausteller im Gewerbezelt noch einmal deutlich angehoben. "Sie waren heute sehr, sehr zufrieden", sagte Edelmann am gestrigen Sonntagabend.

Friedlich ging es - mit Ausnahme eines Pfefferspray-Einsatzes im Festzelt - auf dem Mathaisemarkt bis Samstagnachmittag zu. Dann kam das, was DRK-Bereitschaftsleiterin Stefanie Zöllner mit ihrer jahrelangen Erfahrung einen "normalen Mathaisemarkt-Samstag" nennt: mehrere kleine Schlägereien mit Weinflaschen und Bierkrügen, betrunkene Minderjährige und Schnittverletzungen wegen Stürzen. Das bestätigte auch die Polizei, ein Sprecher sprach dennoch von einem "ruhigen, angenehmen Mathaisemarkt". Eine offizielle Bilanz soll im Laufe des heutigen Montags folgen.

Ein Negativtrend zeichnete sich allerdings schon gestern nach übereinstimmenden Aussagen von Polizei, DRK und Bürgermeister Höfer ab: Nach zwei weitgehend unproblematischen Vorjahren seien wieder mehr Jugendliche unter 16 Jahren mit Alkoholvergiftungen oder mit Hochprozentigem angetroffen worden. "Vor allem am Dienstag- und am Samstagabend", so Zöllner. Mindestens vier 15-Jährige seien darunter gewesen. "Wir dürfen bei der Alkoholprävention in unseren Bemühungen nicht nachlassen", sagte Bürgermeister Höfer.

Insgesamt waren 32 Helfer des DRK nicht ganz so oft im Einsatz wie im Vorjahr. "Der Akku geht aber langsam gegen Null", sagte Zöllner am Sonntagabend. Sie freut sich jetzt - wie viele andere Beteiligte - auf die Möglichkeit zur Erholung.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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