18.03.2019

Zwei Hunde tot in einem Waldstück gefunden

Keine äußerlichen Verletzungen erkennbar

Von Stefan Hagen

Schriesheim/Rhein-Neckar. Zwei tote Hunde - einfach abgelegt in einem Waldstück bei Schriesheim. So etwas sieht auch Michael Sehr nicht alle Tage. Und der Einsatzleiter der Berufstierrettung Rhein-Neckar hat wahrlich schon einiges erlebt. "Das ist schon sehr ungewöhnlich", sagt Sehr gegenüber der RNZ. Waldarbeiter oder Förster hätten die verendeten Tiere am Samstagmittag entdeckt, als sie Bäume unweit des Naturfreundehauses Kohlhof auf Sturmschäden kontrollierten.

Von der Polizei alarmiert, machen sich die Tierretter auf den Weg zum Fundort - zu retten gab es in diesem Fall allerdings nicht mehr. Sehr steht vor einem Rätsel: "Die Indizien weisen weder auf einen Unfall, noch auf eine Gewalttat hin", sagt er. Die Hunde würden keinerlei äußerlichen Verletzungen aufweisen. Auch bei der Polizei sei im fraglichen Zeitraum kein Tierunfall gemeldet worden.

Bei den toten Hunden handelt es sich um einen jungen Rüden sowie eine junge Hündin. Der Rüde sei nicht kastriert gewesen, betont Sehr. Derzeit gehe man von Mischlingen aus. Was sofort erkennbar ist: Das Fell der Hunde ist stellenweise verfilzt, die Krallen sind ungewöhnlich lang. Wem die Hunde gehören, wird wohl nur schwer festzustellen sein, denn die Tiere sind weder durch einen Chip, noch auf sonstige Art gekennzeichnet, erzählt Sehr.

Der Einsatzleiter der Berufstierrettung Rhein-Neckar kann sich auch vorstellen, dass die Tiere gar nicht aus Deutschland stammen, sondern aus einem anderen Land eingeführt wurden. Aber das sei eine reine Spekulation.

Nach den ersten Untersuchungen vor Ort bringen die Tierretter die verendeten Hunde erst einmal ins Weinheimer Tierheim. Dort setzt man sich schließlich mit dem Veterinäramt im Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises in Verbindung. Was man denn nun mit den Hunden machen solle, lautet die entscheidende Frage.

"Es wurde eine forensische Untersuchung angeordnet", erläutert Silke Hartmann die weitere Vorgehensweise. Die Hunde seien ins Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (cvua) nach Karlsruhe gebracht worden. Die Berufstierrettung Rhein-Neckar habe den Transport übernommen. Und wann herrscht Gewissheit über die Todesursache? Es könne bis zu drei Tagen dauern, bis ein Ergebnis feststehe, bittet die Kreissprecherin um Geduld.

Auch die Polizei ist eingeschaltet: Die Abteilung Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Mannheim möchte Näheres über die Todesumstände herausfinden. Derweil hofft Michael Sehr auf Mithilfe aus der Bevölkerung. "Wer kennt diese Hunde? Oder wer kann Angaben dazu machen, warum die Tiere im Wald abgelegt wurden? Wer kann Angaben zu den Todesumständen machen?", fragt die Berufstierrettung Rhein-Neckar auf ihrer Facebook-Seite. Die ersten vagen Hinweise seien bereits eingegangen, sagt der Einsatzleiter.

Info: Hinweise nehmen das Tierheim Weinheim (06.201 /62.224 ) oder die Berufstierrettung Rhein-Neckar (0176/ 69 15 85 81) entgegen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung