19.03.2019

Katholische Frauen wollen in den Kirchenstreik treten

Pfarrer unterstützt die Katholischen Frauengemeinschaft Schriesheim bei der für Mai geplanten Aktion - Abschaffung des Pflichtzölibats gefordert

Schriesheim. (kaz) "Ohne die Frauen würde die Katholische Kirche alt aussehen" - das weiß Pfarrer Ronny Baier nur zu gut. Deshalb forderte er als Präses bei der Jahreshauptversammlung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (KFD) dazu auf, gegenüber "den Herrschaften in Rom" mehr Druck zu machen.

Geärgert hat ihn offenbar auch die Bemerkung des Landesbischofs, er sei doch nicht der "Postbote der Frauen". Damit ignoriere dieser Anliegen, die von der Hälfte der Gläubigen an ihn heran getragen würden - das dürfe sich ein Bischof nicht erlauben, so Baier.

Die Katholische Frauengemeinschaft in Schriesheim hat derzeit über 130 Mitglieder. Über 30 nahmen nach einem Gottesdienst an der Jahreshauptversammlung teil, in der sich Team-Sprecherin Brigitte Aurand kämpferisch zeigte. Dabei ging es um den "Kirchenstreik" unter dem Motto "Maria 2.0", zu dem der KFD-Bundesverband vom 11. bis 18. Mai aufruft. Nach einer Idee aus Münster sollen Frauen eine Woche lang keine Kirche betreten, in den Gotteshäusern keinerlei Dienste leisten, aber mit Aktionen davor auf sich aufmerksam machen. Dies mit einfachen Requisiten wie weißen Betttüchern, die verknotet, bemalt und beschrieben werden könnten.

Es wäre die zweite Offensive nach der Aktion "Macht.Licht.An" im Dezember. Im Vorfeld der jüngsten Bischofskonferenz ging es darum, Licht ins Dunkel der Missbrauchsfälle bringen, Machtstrukturen verändern, für eine zeitgemäße Sexualmoral sorgen. Mit "Maria 2.0" verlangen die Frauen auch die Abschaffung des Pflichtzölibats und in eigener Sache den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern. Dies alles soll in einem Offenen Brief an den Papst formuliert werden und an Kirchentüren zu lesen sein.

Das erinnert an die Thesen von Martin Luther. Ist über 500 Jahre nach der Reformation die Zeit also reif, Frauen in der Katholischen Kirche mehr Macht zu überlassen? "Die Aktion spricht alle an, für die der stillschweigende Austritt aus der Kirche keine Alternative ist", so Brigitte Aurand. Auf ihre Frage "Würdet ihr mitmachen?" erhielt sie ein nicht besonders lautes, aber deutlich vernehmbares "Ja".

Doch auch über diese Aktion hinaus bleibt die kfd in Schriesheim aktiv: Ihre "Kreativgruppe" trifft sich immer montags und läuft kurz vor dem Adventsbasar zu Hochtouren auf, bastelt Kunstvolles aus einfachsten Dingen. Der Gesamterlös von 4435 Euro spricht für sich. Auch das "Linzertorten-Backen" hat bei der Frauengemeinschaft Tradition. Als gute Einnahmequelle erwies sich auch der Flohmarktstand beim Straßenfest, bestückt mit Handtaschen. Die Frauengemeinschaft ist damit finanziell ganz gut aufgestellt, unterstützt aber mit den Verkaufserlösen auch zahlreiche soziale Projekte.

Dass die katholischen Frauen auch über Stadt- und Ortsgrenzen gut miteinander können, zeigt das dritte "Vis-a-vis"-Treffen der drei Ortsvereine aus Schriesheim, Altenbach und Dossenheim, deren Gläubige zu einer gemeinsamen Seelsorgeeinheit gehören. Die Frauengemeinschaft gestaltet auch Gottesdienste, die Kooperation mit Pfarrer Ronny Baier ist laut Brigitte Aurand auch in diesem Bereich "einfach klasse."

Erzählcafés, Filmabende im Olympia-Kino Leutershausen oder der Jahresausflug sind attraktive Angebote, die die KFD auch für jüngere Frauen interessant machen sollen. Der nächste Ausflug am 3. Juli führt nach Darmstadt, das zwischen Mathildenhöhe mit Jugendstilbauten und Kuppelkirche in der Ebene einiges zu bieten hat.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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