27.03.2019

So tanken Sie ab jetzt an der Smight-Ladesäule auf dem Festplatz

So tanken Sie ab jetzt an der Smight-Ladesäule auf dem Festplatz

Erste Anlage im öffentlichen Raum installiert - Das nächste Projekt ist bereits in Planung

Detlef Schreiber (Bauamt), Bürgermeister Hansjörg Höfer, Andreas Stampfer (EnBW) und Bauamtschef Markus Schaefer (v.l.) machten an der Ladesäule Station. Foto: Dorn

Schriesheim. (capa) In der Nacht spendet sie Licht und am Tag kann sie bis zu zwei Elektroautos gleichzeitig laden. Am Dienstag wurde die Smight-Ladesäule mit einer Leistung von bis zu 22 Kilowatt des Stromanbieters EnBW am Schriesheimer Festplatz installiert.

"Es ist die erste Ladesäule im öffentlichen Raum in Schriesheim", sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Rund 100 Ladepunkte gebe es bereits im Rhein-Neckar-Kreis, erklärte Andreas Stampfer, Regionalberater bei EnBW. Mit der Handy-App "EnBW mobility+" können die Ladestationen ab sofort via Smartphone ausfindig gemacht werden.

Bezahlt wird nach dem "Tanken" dann ganz entspannt mit einer Ladekarte oder mit der App. In der Regel kann man eine solche Ladekarte beim Erwerb eines Elektrofahrzeuges dazu kaufen, erklärt Stampfer weiter. Diese sei dann mit der Kreditkarte verbunden, sodass die Abbuchung automatisch passiere - gleiches gilt für die App.

Seine Karte zücken muss in Schriesheim aber erst einmal niemand, denn der Ökostrom bleibt vorerst kostenlos. "In vielen Kommunen läuft das für ein Jahr als Test, um zu schauen, wie es angenommen wird", sagte Bauamtsleiter Markus Schäfer. "Ich weiß, dass es bereits etliche solcher Autos hier gibt, deshalb haben wir uns für den zentralen Punkt am Fass entschieden, um auch für Auswärtige diese Säule zur Verfügung stellen zu können", so Höfer. Ausgeschildert werde der Ladeplatz zunächst aber nicht.

Der Aufstellungsort am Festplatz hat nicht nur den Vorteil, dass er leicht zu finden ist, sondern dass Einkaufsmöglichkeiten, Cafés und Restaurants fußläufig schnell zu erreichen sind. "Wie lange ein Elektroauto benötigt, um vollgeladen zu sein, ist unterschiedlich. Ich würde aber zwischen drei und vier Stunden bei dieser Ladesäule schätzen", sagte Stampfer, der das EnBW-Fahrzeug bereits an der Ladesäule aufgeladen hat. "Tendenziell lädt man so ein Auto aber sowieso bei längeren Standzeiten, weil viele Fahrer bei Gelegenheit ,tanken’ und nicht erst mit einem leeren Akku", erklärte er.

Gut 25.000 Ladesäulen gebe es bereits im deutschsprachigen Raum. Die Stadt Schriesheim wurde bei ihrer Anschaffung mit Bundesfördergeldern in Höhe von rund 3500 Euro unterstützt, informierte Schäfer über die Kosten. Bereits im Jahr 2017 kamen erste Überlegungen einer Smight-Säule in Schriesheim - angeregt von Wolfgang Metzger - im Gemeinderat auf. Im Herbst 2018 begann man dann mit den Vorbereitungen - kurz vor dem Mathaisemarkt dieses Jahres stand das 20.000 Euro teure Stück dann auf dem Festplatz.

Neben ihrer Ladefunktion bietet die Smight-Säule noch andere bequeme Vorteile: Der W-Lan-Hotspot ist für jeden im Umkreis von circa 50 bis 60 Metern frei zugänglich, genauso wie der rotbeleuchtete SOS-Knopf, der Betroffene mit der zertifizierten EnBW-Notrufzentrale verbindet und in Notlagen jeglicher Art helfen soll.

In der Nacht spendet die Säule zudem Licht und informiert Fußgänger, Autofahrer oder Fahrradfahrer tagsüber auf ihrem Display an der Vorderseite über die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, die Uhrzeit oder den aktuellen Stand der Ladung.

Besonders interessant für Stadt und EnBW ist aber sicherlich die Feinstaubmessfunktion, deren Daten intern ausgewertet werden. Und sogar den Lärm misst die Säule und zeigt gleichzeitig die Ergebnisse in Dezibel an. "Wir wollen für noch einen weiteren Ladepunkt in Schriesheim sorgen, der dann vermutlich in der Nähe des Bahnhofes sein wird", sagte Höfer über zukünftige Pläne.

Vorerst wird die Ladesäule am Festplatz allerdings alleine bleiben - bis klar ist, ob und wie gut sie in Schriesheim angenommen wird.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung